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Vita Assistenzhunde e.V. | Leben verändern heißt hier Leben retten

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Strahlende Gesichter, besondere Begegnungen und das große Geschenk, eine Bindung zwischen Mensch und Tier erleben zu dürfen, die so berührend wie beeindruckend ist: Das war mein Tag bei den Vita Assistenzhunden e.V. in Hümmerich.

Purina And Vita Event

Copyright: Isa Foltin PURINA

Als Person, die mit Hunden aufgewachsen und seit März 2017 selbst frisch gebackene Hundemama unserer kleinen Mona ist, gehöre ich definitiv zu der Sorte Mensch, die ein Leben ohne Hund als möglich aber sinnlos betrachtet. (Ich stelle mir gerade vor, dass meine Katzen augenrollend diese Zeilen lesen.)

Umso mehr hat es mich deshalb auch begeistert und bewegt, wie tief die Verbindung zwischen Mensch und Hund noch gehen kann. Nämlich dann, wenn das geliebte Tier nicht nur bester Freund, Seelenkamerad, Tröster und Kuschelkumpan, sondern auch Helfer in ganz alltäglichen Situationen wird.

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#WeAreBetterWithPets

Vielleicht kannst Du Dich ja noch erinnern, dass ich schon einmal bei der groß angelegten Kampagne #WeAreBetterWithPets dabei sein durfte. Du kannst Dir also vorstellen, wie sehr ich mich über die Einladung von Purina gefreut habe, dieses Mal den Verein Vita Assistenzhunde e.V. und auch die einzelnen Vita Teams in Hümmerich zu besuchen. Neben vielen anderen Projekten unterstützt Purina den Verein nämlich in einer langjährigen Partnerschaft durch die Übernahme der Ausbildungskosten eines Assistenzhundes und als Futtermittellieferant für die Hunde.

Und weil mich dieses Hilfsprojekt und der Verein so sehr begeistern, möchte ich Dir heute unbedingt von meinem Tag bei den Vita Assistenzhunden e.V. erzählen. Denn das, was ich an diesem Tag erleben durfte, werde ich so schnell nicht wieder vergessen! ❤

Leben verändern heißt hier auch Leben retten …

… und das auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen. Denn natürlich geht es in erster Linie darum, die Hunde während der fast 2-jährigen Ausbildung bei Tatjana darauf zu sensibilisieren ihren Menschen eine Stütze und Hilfe im Alltag zu sein – vom Öffnen der Türen über das Ausziehen von Schuhen oder Socken und dem Bringen benötigter bzw. fallengelassener Gegenstände. Das ist harte Arbeit … für die Tiere, die Ausbilder und die Kinder.

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Pauline und ihre Hündin Candece haben uns beispielsweise gezeigt, wie sie gemeinsam Schuhe ausziehen. „Die Hunde müssen lernen, dass sie bei Socken an der Fußspitze und bei Schuhen an der Verse ziehen.“, erklärt Pauline, während Candece es schon nicht mehr abwarten kann, endlich den Schuh auszuziehen.

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Ich selbst habe, bevor ich zu den Vita Assistenzhunden gefahren bin, versucht, meiner Mona das Socken-Ausziehen beizubringen und ich habe tiefsten Respekt vor der harten Arbeit, die in einer auf den ersten Blick so einfachen Aufgabe steckt. Denn einem Hund das Konzept Schuh und Socke bzw. deren Unterschiede begreiflich zu machen, ist gar nicht so leicht. (Mona stupst übrigens immer noch mit der Nase gegen meine Strümpfe, in der Hoffnung, noch ein Leckerli abzustauben!)

Bedingungslose Liebe

Viel wichtiger ist meiner Meinung nach aber die emotionale Arbeit und die daraus wachsende, unfassbar tiefe Bindung, die Mensch und Hund im Laufe ihrer gemeinsamen Zusammenarbeit aufbauen. Ausgebildet wird nämlich über viel Lob, Spaß und positive Bestärkung – für Mensch und Tier. Das Team lernt, sich gegenseitig als Individuen wahrzunehmen, mit allen Stärken und Schwächen. Dabei wird der Hund nicht nur zum Freund, zum Partner und zum sicheren Anker in alltäglichen Situationen – er ist gleichzeitig Motivator und gibt Kraft.

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Die Kinder und Erwachsenen tragen Verantwortung für ihren Hund. In einer Welt, in der sie permanent auf Hilfe angewiesen sind, werden sie plötzlich selbst von jemandem gebraucht, der sie bedingungslos liebt – ein unfassbar kostbares Gefühl.

„Candence weckt mich morgens meistens mit ihrer kalten, nassen Nase, die sie mir ins Gesicht steckt.“, erzählt Pauline mit einem Lächeln. „Selbst wenn ich mal keine Lust habe, aufzustehen oder Candence noch um fünf weitere Minuten bitte, weiß ich, dass Candence das letzte Wort hat und ich trotzdem aufstehen muss.“

Und auch Frieda, die mit ihrem Hund Fellow schon seit 8 Jahren ein unschlagbares Team bildet, erzählt mir: „Fellow macht alles mit Freude. Selbst wenn er mir zum hundertsten Mal die Socken ausziehen soll, macht er das gern. Deswegen ist es für mich ganz klar, auch immer für ihn da zu sein. Ob es nun draußen regnet, wenn wir Gassi gehen, oder ich mal einen schlechten Tag habe. Fellow ist für mich da und ich will für ihn da sein. Ich war sogar mit einer Freundin allein im Urlaub. Das wäre früher nie denkbar gewesen. Da hatte ich Angst, sobald meine Mama den Raum verlassen hat. Mit Fellow ist das anders. Durch ihn bin ich viel selbstständiger geworden.“

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Die Vita Teams und diese Bindung zwischen Tier und Mensch zu erleben, war ein ganz besonderer und berührender Moment für mich, denn ich als Außenstehende kann mir nur sehr schwer vorstellen, wie es sein muss, ständig auf Hilfe angewiesen zu sein.

Je länger ich mich jedoch mit den einzelnen Teams und ihren Familien unterhalten habe, desto mehr wurde mir klar, wie lebenswert und wichtig das Zusammensein mit den Hunden für sie ist und wie viel Freude diese Bindung mit sich bringt. Was auch immer sie erlebt haben und wie stark sie – vielleicht durch lange Krankenhausaufenthalte, traumatische Erlebnisse oder kräftezehrende Behandlungen – beeinträchtigt sind, ihr Hund bringt sie dazu, weiter zu machen und für ihn da sein zu wollen, so wie er für sie da ist – ein Hundeleben lang, ganz egal in welcher Situation.

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Wenn Watson dabei ist – erzählt mir Jakob – dann kommen die Menschen ganz anders auf ihn zu – irgendwie unbefangener. Da sei es eher so, dass Watson im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehe, was ich Jakob augenblicklich glaube, denn noch während wir uns unterhalten, versucht der große schwarze Labrador mit den liebevollen brauen Augen eine ausgiebige Schmuseeinheit abzustauben. Jakob nimmt Watson mittlerweile sogar mit zur Uni. „Er ist immer bei mir“, sagt Jakob, „und das ist ein tolles Gefühl.“

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Der Verein als zweite Familie

Die Betreuung durch Tatjana und den Verein endet aber nicht mit der Ausbildung. Viele der Teams kommen über Jahre immer wieder gerne ins Ausbildungszentrum zurück – manche sogar für die kompletten Sommerferien. Wenn sie beieinander sind, tauschen sie Geschichten und Erfahrungen aus, unterstützen und helfen sich gegenseitig – besonders den Teams, die gerade erst am Anfang ihrer Ausbildung stehen, so wie Robin und sein Hund Chester.

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Beide arbeiten zum Zeitpunkt meines Besuchs erst seit acht Wochen zusammen, haben in dieser kurzen Zeit aber schon Einiges erreicht. Wann immer Chester in seiner Nähe ist, strahlt Robin über das ganze Gesicht und es war – wie er selbst sagt – „Liebe auf den ersten Blick“, als für ihn feststand, dass er und Chester es gemeinsam versuchen wollen. Chester gibt ihm Halt – und das nicht nur beim gemeinsamen Kuscheln im großen Hundebett. Mich hat das tief beeindruckt, denn Robin ist gerade erst sieben Jahre alt geworden. Ein Alter, in dem nicht jedes Kind ein so großes Einfühlungsvermögen und Verständnis entwickeln kann, wenn es darum geht zu begreifen, was es bedeutet, mit einem Tier zusammenzuleben.

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Als ich Robin und seiner Mama zugehört habe, als sie mir ihre Geschichte erzählt und später gezeigt haben, wie gut Robin und Chester bereits aufeinander eingespielt sind, konnte ich nicht anders, als daran zu denken, wie glücklich ich darüber bin, dass das Mohntagsbaby auch mit Tieren aufwachsen wird – mit unseren beiden Katzen und dem Hund.

Natürlich ist das kein Vergleich, aber ich denke Du verstehst was ich meine, wenn ich sage, dass jeder, der sein Leben mit einem Tier teilt, ein ganz besonderes Glück aus diesem Zusammenleben zieht, das unfassbar viel Kraft und Energie spendet. Ich wüsste zumindest nicht, was ich ohne meine drei Fellnasen machen würde.

Nicht von den Krankenkassen anerkannt

Umso trauriger macht es mich, dass – obwohl die heilende und positive Wirkung dieser besonderen Hunde auf ihre Menschen deutlich spür- und sichtbar ist – die Ausbildung und die (Lebens-)Notwendigkeit eines Assistenzhundes (noch) nicht von den Krankenkassen anerkannt wird.

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Kaum eine Familie, die sich auf einen Assistenzhund bewirbt, kann den Betrag von 75.000 Euro aufbringen. Darüber hinaus bekommt Vita keine öffentlichen Gelder. Der Verein finanziert sich ausschließlich durch Spenden, Sponsoren wie Purina und Fördermitglieder. Umso mehr beeindruckt es mich, dass der Verein es dennoch ermöglicht, auch Bewerbern zu helfen, die den Betrag eines Assistenzhundes nicht allein aufbringen können. Ich verlinke Dir deshalb hier einmal den Link, über den Du direkt und sicher online spenden kannst, wenn Du den Verein und das was sie tun unterstützen möchtest!

Vita ist übrigens der erste Verein, der damit begonnen hat, Kinder-Teams auszubilden. Tatjana hat damit also große Pionierarbeit geleistet. Und perspektivisch – so erzählt sie – sollen auch Hunde für Demenzkranke, Authisten und Diabetiker ausgebildet werden. Das ist ein weiterer großer Wunsch von Tatjana. Und ich hoffe so sehr, dass sie ihr Vorhaben in die Tat umsetzen kann.

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Für mich steht einfach fest, dass Tiere – und ganz besonders Hunde – die Seele von Menschen heilen können. Sie spüren, wenn wir fröhlich oder traurig sind. Sie bringen uns dazu, uns zu öffnen. Sie spenden Trost und Sicherheit in einer Welt, in der wir uns ohne sie vielleicht viel einsamer und hilfloser fühlen würden. Findest Du nicht? 🙂

10 Kommentare

    • Liebe Maria, ich freue mich sehr, dass der Beitrag Dir gefällt. Ich kannte die Vita Assistenzhunde bzw. den Verein bisher nicht, aber ich bin so froh und dankbar für diesen Tag und was ich erleben durfte. Wem machen wir was vor? Das vergesse ich nie wieder! 🙂 LG

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  1. Was für ein toller Beitrag. Ich bin absolut überzeugt, dass Tiere sehr heilend für unsere Seele sein können und uns halt auch auf einer ganz anderen Ebene verstehen. Es ist traurig, dass sich Krankenkassen an so einem Projekt nicht beteiligen. Es wird leider viel zu oft an den falschen Orten gespart. Ich wünsche Dir einen wunderbaren Tag. Liebe Grüsse Sandra

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    • Liebe Sandra, vielen Dank für Dein Feedback. Ja, mich hat es auch richtig traurig gemacht, dass die Krankenkassen das (noch) nicht unterstützen. Man muss nur einen Tag dort sein und sich ansehen wie viel Glück und Lebensfreude und Energie man selbst als Außenstehende miterleben darf. Der positive Effekt ist nicht abzustreiten und ich hoffe so sehr, dass sich das noch ändert und die Krankenkassen es künftig unterstützen! LG

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  2. Eigentlich fast schon frech, dass die Klassen die Kosten für die Anschaffung eines Hundes bei Bedürftigen nicht übernehmen. Tiere sind einfach das beste, was es für die Menschheit neben der Natur auf diesem Planeten gibt!

    Selbst wenn ich kein Hundemensch bin, weiß ich nur zu gut, was Tiere einem bedeuten können. Meine Ponys haben mir in der Vergangenheit nämlich auch Kraft und Durchhaltevermögen in allen Lebenslagen gegeben. Und ein Hund, der auch noch im Alltag dabei ist, kann da sicher noch mehr bewegen…

    Daher finde ich es echt toll, das Purina und du den Verein unterstützen. Hoffentlich gibt es bald noch mehr derartige Angebote zur Hundeausbildung!

    Liebe Grüße

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    • Liebe Tabea, da bin ich ganz Deiner Meinung. Und wenn man die Kinder und Erwachsenen mit ihren Hunden sieht, merkt man einfach, was für eine große, positive Wirkung das Zusammenleben für sie hat. Ich meine, selbst wenn ich mal einen schlechten Tag habe, geht es mir unmittelbar besser, wenn ich zwei schnurrende Katzen und den Hund auf dem Schoß habe (ja, die wollen alle gleichzeitig auf den Schoß). Und ich bilde mir ein, dass sie es spüren, wenn es uns nicht gut geht. Es bleibt einfach zu hoffen, dass seitens der Gesellschaft und im Besonderen seitens der Krankenkassen bald ein Einsehen herrscht! 🙂 Liebe Grüße

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      • Ich finde das so faszinierend. Und ich merke das ja auch bei unseren Katzen und dem Hund seit der Schwangerschaft. Die sind mega anhänglich, wollen ständig am Bauch schmusen und der Hund hat plötzlich das Bedürfnis mich zu beschützen, was vorher nie der Fall war. Die kleine Kampfwurst … 🙂 Als ob sie was ausrichten könnte… aber ich glaube darauf kommt es ja gar nicht an. LG

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