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Muss ich als Blogger ein Gewerbe anmelden? #blogmuse

Muss ich als Blogger ein Gewerbe anmelden? Meine klare Empfehlung: Ja! Denn ich habe mich für Dich durch das Einkommensteuergesetz (EStG) vom Bundesministerium für Justiz und für Verbraucherschutz gewühlt, um mal alle Fakten zusammenzutragen. Es war ein hartes Stück Arbeit, aber es hat sich gelohnt, denn jetzt kann Dir ganz genau sagen, wieso es für Dich ausschließlich Vorteile hat, als Blogger ein Gewerbe anzumelden und was der Unterschied zur Freiberuflichkeit ist.

<< Kurzes Update >>

Du weißt, ich freue mich sehr über Dein Feedback und ich liebe es, konstruktiv mit Dir auf allen Kanälen zu diskutieren. Um ggf. Missverständnissen vorzubeugen, die nach Veröffentlichung des Beitrags in einer Facebook Gruppe entstanden sind, hier noch eine kleine Erklärung vorab, an wen sich der Beitrag richtet und was die Absicht dahinter ist:

Der Beitrag richtet sich an Blogger, die ihren Blog kommerzialisieren möchten und mit den Formen der Kommerzialisierung ggf. die Definition einer reinen Freiberuflichkeit überschreiten. Möchtest Du Deinen Blog nicht kommerzialisieren bzw. steht bei Dir der rein künsterlische Aspekt im Vordergrund, bist Du natürlich nicht verpflichtet, ein Gewerbe anzumelden und kannst Dir über das Finanzamt eine Steuernummer beantragen, um Rechnungen zu schreiben und Deine Unkosten bei der Steuererklärung anzugeben. Im Beitrag versuche ich die Definition von Gewerbetreibenden und Freiberuflern herauszuarbeiten, ink. deren Unterschiede bzw. dem Problem, dass es keine klare Trennung gibt. Ich empfehle die Anmeldung eines Gewerbes, wenn Deine Gewinnerzielungsabsichten werbeaktive Tätigkeiten mit einschließen. Auch hier gilt aber, dass Du diesen Beitrag dazu nutzen sollst, Dich mit Deinem Steuerberater, dem Finanzamt oder den Sachbearbeitern der zuständigen Handelskammer an einen Tisch zu setzen und die für Dich optimale Lösung herauszuarbeiten. Das, was Dein Finanzamt/ Steuerberater/ Deine Handelskammer Dir empfiehlt, hat für Dich Gültigkeit. 😉

So … nachdem das gesagt sei, kann es losgehen:

Gewerbetreibender vs. Freiberufler: Ein wichtiger Unterschied

An diesem Punkt scheiden sich die Geister unter den Bloggern, denn ganz oft ist DAS Argument gegen einen Gewerbeschein die Freiberuflichkeit. Warum dieses Argument aber mit Vorsicht zu genießen ist, schauen wir uns direkt mal an:

Definition eines Freiberuflers

Das Einkommensteuergesetz (EStG) definiert Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit wie folgt §18 Abs. 1:

Einkünfte aus selbständiger Arbeit sind

Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit. 2Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, die selbständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer, Steuerbevollmächtigten, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer, Lotsen und ähnlicher Berufe. […]

Verführerisch an der Freiberuflichkeit ist, dass Freiberufler nicht verpflichtet sind, sich beim Gewerbeamt anzumelden! Freiberufler müssen lediglich die Vergabe einer Steuernummer beantragen – direkt beim Finanzamt und sie unterliegen nicht der Gewerbesteuer.

Vermutlich wirst Du jetzt denken … ja geil! „Künstlerische, schriftstellerische Tätigkeit“ da zählt das Bloggen doch total dazu! Warum also das ganze Theater?

Schauen wir uns deshalb einmal an, was einen Gewerbetreibenden definiert:

Definition eines Gewerbetreibenden

§15 Abs. 2 Einkommensteuergesetz (EStG) definiert einen Gewerbetreibenden wie folgt:

Einkünfte aus Gewerbebetrieb sind […] Einkünfte aus gewerblichen Unternehmen.

Es handelt sich ebenfalls um eine selbstständige Tätigkeit, mit der klaren Absicht, Gewinn zu erzielen. Dazu zählen beispielsweise Betriebe des Handwerks und der Industrie, Handelsbetriebe, Vermittlungstätigkeiten (z.B. bei einem Makler) und Gaststätten. Außerdem werden Kapitalgesellschaften wie beispielsweise Aktiengesellschaften (AG) und Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) als Gewerbebetrieb definiert.

Wichtig zu wissen ist, dass jeder Gewerbebetrieb beim jeweils zuständigen Gewerbeamt angezeigt werden muss und der Gewerbesteuer unterliegen.

Tatsächlich steht auch unter demselben Paragraphen des EStG, dass eine Tätigkeit nicht als Gewerbe angesehen wird, wenn sie nach §13 oder §18 des EStG als Ausübung

von Land- und Forstwirtschaft (§13 EStG)

eines freien Berufs (§ 18 Abs.1 Nr.1 EStG)

einer sonstigen selbstständigen Arbeit (z.B. Verwaltung eigenen Vermögens – §18 Abs.1 Nr. 3 EStG))

gesehen wird.

Und ja, zugegeben, es schreit immer noch alles nach der Freiberuflichkeit, weil hier noch nicht klar erkennbar ist, dass wir Blogger keine Freiberufler per se sind!

Deswegen schauen wir uns jetzt noch an, was einen Gewerbetreibenden von einem Freiberufler unterscheidet. Auch wenn die Unterscheidung nicht immer ganz so einfach ist:

 

Wie grenzen sich Freiberufler und Gewerbetreibende voneinander ab?

Freiberufler und Gewerbetreibende teilen sich eine Menge der Merkmale, was die Unterscheidung ja so schwierig und die Diskussionen scheinbar endlos macht. Beide verfolgen in den meisten Fällen beispielsweise eine Gewinnabsicht.

Klar ist, dass bei der freiberuflichen Tätigkeit die geistige, schöpferische Arbeit im Vordergrund steht. Zudem werden Freiberufler in Katalogberufe eingeordnet, die ich Dir bei den Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit schon aufgelistet habe:

  • wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende, erzieherische Tätigkeit
  • die selbständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte
  • Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte
  • Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten
  • Handelschemiker
  • Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer, Steuerbevollmächtigten
  • Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten
  • Journalisten, Bildberichterstatter
  • Dolmetscher, Übersetzer
  • Lotsen und ähnlicher Berufe. […]

Alle anderen Tätigkeiten, die nicht als Katalogberufe aufgeführt sind als „ähnliche Tätigkeiten“ bezeichnet werden, fallen in der Regel unter die Kategorie gewerblich, so sie denn nicht zur Land- und Forstwirtschaft zählen.

Und hier wird es spannend. Denn schon wieder taucht die journalistische Tätigkeit bzw. selbst die eines Bildberichterstatters als freiberufliche Tätigkeit auf.

Trotzdem sind wir Blogger per se keine Journalisten bzw. freiberuflichen Journalisten, wenn es um Kooperationen und Werbung – also unsere Gewinnabsicht Nr. 1 geht!

Wir müssen uns also fragen:

Wann wird eine künstlerische Tätigkeit zur gewerblichen Tätigkeit?

Und hier sind wir an dem Punkt angelangt, der ein für allemal Klarheit darüber bringen sollte, wieso wir als Blogger ein Gewerbe anmelden müssen:

Eine gewerbliche Tätigkeit liegt nämlich genau dann vor, wenn es sich um eine Serienproduktion des Künstlers oder den Vertrieb von Serienprodukten handelt … Erstmal nicht weiter dramatisch! Wichtig zu wissen ist aber, dass diese Unterscheidung laut §15 (EStG) und dem ABC der gewerblichen Berufe auch werbeaktive Tätigkeiten betrifft!

Werbeaktive Tätigkeiten umfassen

  • die Mitwirkung an Werbefilm ohne eigenschöpferische Leistung
  • das Überlassen von Fotos u.ä.
  • das Einsetzen der eigenen Bekanntheit als Person des öffentlichen Lebens zur Produktwerbung
  • Werbefotografie
  • Designer, wenn nicht künstlerisch
  • Filmhersteller, sofern nicht insgesamt künstlerisch
  • Fotograf, sofern nicht künstlerisch (z.B. Fotodesign (BFH VIII R 76/75)) oder Bildberichterstattung
  • Grafiker, soweit er Gebrauchsgrafiker ist […] (BFH V R 130/84); freiberuflich allerdings dann, wenn er künstlerisch tätig ist
  • Schriftsteller im Selbstverlag ist Gewerbetreibender (BFH IV B 15/00, BFH/NV 01 Seite 1280); ansonsten siehe selbständige Tätigkeit.

Im Vergleich dazu listet das ABC der freien Berufe

  • Werbeschriftsteller (-texter). Schriftsteller, wenn Text Produkt origineller eigener Gedankenarbeit
  • Journalist, wenn er Urheberrechte an seinen Werken erlangt und diese verwertet
  • Designer, künstlerisch

Hier wird es schon ein wenig klarer, findest Du nicht? In puncto freie Berufe müssen wir Blogger bei unseren Einnahmen durch Kooperationen mit Unternehmen nämlich einen ganz wichtigen Unterschied machen:

Zwar sind unsere Texte das Produkt origineller eigener Gedankenarbeit, wir designen unsere Bilder oder ggf. sogar Grafiken für ein Unternehmen höchst künstlerisch und haben als Blogger – wenn es nicht explizit als Corporate Blogging vereinbart wurde – die Urheberrechte an unseren Werken, weil die Texte ja auch auf unseren Blogs veröffentlicht werden.

Nichts desto trotz machen wir Werbung FÜR ein Unternehmen. Wir erhalten ein Briefing und bestenfalls grobe Vorgaben, was innerhalb des Beitrags vorkommen soll. Wir stimmen die Inhalte mit dem Unternehmen ab und nehmen – auf Kundenwunsch – im Rahmen des Möglichen Änderungen vor. Somit ist es nicht mehr allein unsere Gedankenarbeit, die wir da veröffentlichen, denn wir entwickeln eine Idee nach Vorgabe bzw. Produkt oder Thema einer groß angelegten Werbekampagne.

Viel wichtiger ist aber noch, dass sich unter den werbeaktiven Tätigkeiten ein paar – wenn auch nicht alle – Punkte wiederfinden, die uns als Blogger bei Kooperationen unausweichlich betreffen. U.a. das Überlassen von Fotos, die Werbefotografie und im entfernten Sinne auch das Einsetzen der eigenen Bekanntheit als Person des öffentlichen Lebens zur Produktwerbung.

Affiliate Links, Google Ads & Co.

Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass wir als Website-Betreiber und Blogger ggf. auch Produkt- bzw. Affiliate Links oder Werbebanner von Unternehmen einbinden, was ebenfalls keine freiberufliche Tätigkeit mehr, sondern ganz klar eine Einnahmequelle mit Gewinnabsicht ist.

Spätestens hier sollte klar sein, dass wir als Blogger um die Anmeldung eines Gewerbes nicht herum kommen, um auf der sicheren Seite zu sein – und vor allem um nicht am Jahresende doch noch Gewerbesteuer nachzahlen zu müssen. Schließlich verdienen wir Blogger unser Geld nicht in Form von (künstlerischen) Dienstleistungen allein, sondern in Form von Werbung, die wir selbst auch auf unseren eigenen Blogs bzw. Webseiten schalten.

Na, überzeugt? Dann lass uns jetzt noch schauen, welche Vorteile die Anmeldung mit sich bringt, wie teuer der Spaß ist, wo Du das machen kannst und was es mit der kleinen aber feinen Kleinunternehmerregelung so auf sich hat!

Welche Vorteile hat eine Anmeldung?

Abgesehen davon, dass Du der bösen Überraschung entgehst, nach Prüfung durch das Finanzamt ggf. doch noch Gewerbesteuer nachzahlen zu müssen, kannst Du über Dein Gewerbe sämtliche Deiner Unkosten – beispielsweise für Material, Lebensmittel usw. angeben und von der Steuer absetzen. Und – solltest Du in Zukunft doch darüber nachdenken, einen eigenen Online-Shop auf Deiner Seite einzubinden – hast Du bereits einen Gewerbeschein und musst Dich darum nicht mehr kümmern.

Wie und wo kann ich ein Gewerbe anmelden und was kostet das?

Dein Gewerbe meldest Du beim Gewerbeamt der Stadtverwaltung oder der Industrie und Handelskammer (IHK) an. Schau einfach bei Google nach den für Deinen Wohnort zuständigen Stellen.

Dabei haben solltest Du Deinen Personalausweis und Bargeld. Je nach Bundesland sind das einmalig zwischen 10-50 Euro. Bei mir waren es etwas mehr als 10 Euro in Rheinland-Pfalz. Vor Ort wirst Du einen Fragebogen bekommen bzw. der Sachbearbeiter/ die Sachbearbeiterin wird Dir Fragen zu Deinem geplanten Gewerbe stellen. Das ist aber einfacher als es jetzt klingen mag und das Personal dort weiß was es tut und hilft Dir sicher, falls Du unsicher bist. Eine Sache, die Du angeben musst ist die Art Deines Gewerbes. Damit Du Dich nicht unnötig einschränkst, kannst Du Internet- bzw. Online-Dienstleistung angeben, was sich auf Dich als Betreiber Deiner Website/ Deines Blogs und alle damit verbundenen Einnahmen bezieht.

Dein Gewerbe kannst Du auch rückwirkend anmelden, wenn Du bereits Geld eingenommen hast. 8 Wochen solltest Du dabei jedoch wenn möglich nicht überschreiten. Und Du kannst Dich ggf. schlau machen, ob es den Fragebogen bzw. die Anmeldung auch online gibt.

Was folgt ist ein Vordruck zur steuerlichen Erfassung per Post. Den musst Du ausfüllen und neben Deinen persönlichen Daten auch das voraussichtliche Einkommen Deines regulären Jobs und Deines Gewerbes angeben. Hier empfehle ich Dir, für das Gewerbe den Grenzbetrag der Kleinunternehmerregelung nicht zu überschreiten! Wenn alles korrekt ausgefüllt ist, erhältst Du eine Steuernummer, die Du unter Deine Rechnungsnummer auf Rechnungen schreibst (Pflicht!) und die Du auch später bei der Steuererklärung angeben musst.

Was ist die Kleinunternehmerregelung?

Jemand gilt als Kleinunternehmer, wenn er weniger als 17.500€ Umsatz im Gründerjahr und voraussichtlich weniger als 50.000€ Umsatz im nachfolgenden Jahr verdient. Als Kleinunternehmer bist Du umsatzsteuerbefreit, und kannst das mit der folgenden Formulierung auf Deinen Rechnungen angeben:

„Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“

Einkommenssteuer musst Du dann zahlen, wenn Dein Gewinn, also die Einnahmen abzüglich aller Ausgaben im Jahr 410 EURO überschreitet und Du Dein Gewerbe als Nebengewerbe neben Deiner Haupttätigkeit führst.

Mehr zum Thema Kleinunternehmerregelung kannst Du auch hier im Gründerlexikon nachlesen.

Noch Fragen?

So gerne ich für Dich recherchiere – und glaub mir, ich tue das laaaaange und gründlich, um Dir immer die besten Informationen für Dein (Blog) Online Business zukommen zu lassen – ersetzen meine #blogmuse Beiträge weder eine Rechtsberatung noch einen Besuch bei Deinem Steuerberater, dem Finanzamt oder der bei Dir ansässigen Handelskammer. Ich rate Dir deshalb, diesen Beitrag als Anstoß zu nehmen, Dich beim Finanzamt, der Handelskammer und/oder Deinem Steuerberater genau über das Vorgehen der Anmeldung zu informieren.

Wenn Du Fragen hast, kannst Du mir natürlich immer gerne einen Kommentar oder eine E-Mail an hello@mohntage.com schreiben.

Und natürlich interessiert mich Deine Meinung zum Thema Blogger und Gewerbeschein brennend! Habe ich Dich überzeugen können? 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

21 Kommentare

  1. Hallo Yvonne,

    ja bei mir ging das jetzt auch lange hin und her, was das eigentlich ist was ich hier tue 😉 und du hast es wieder wunderbar auf den Punkt gebracht. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, alles kein Hexenwerk und viele deiner Artikel haben mir sehr dabei geholfen.

    Danke schön!

    Dienstagsfeierliche Grüße

    Bettina

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  2. Headline finde ich arg irreführend 😉 Denn du setzt voraus, dass JEDER Blog die Gewinnabsicht durch Werbeeinnahmen hat. Die Blogger, die „nur“ der Freude wegen über ihr Leben und ihre Hobbies bloggen, sind frei gesprochen von jeglicher Steuerpficht… solange sie nicht durch Werbung aktiv Geld verdienen. Lg

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    • Genau. Da hast Du Recht. Anfangs hatte ich auch einen kleinen Absatz zum Thema reines Hobby drin. Weil es aber an der 1.900er Wortgrenze geschrammt hat, hab ich es raus genommen. Denkst du es sollte der Vollständigkeit halber wieder rein? 😊💗 Liebe Grüße

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  3. Wirklich sehr interessanter Beitrag und auch ein wichtiges Thema.
    Allerdings ist mir ein Satz aufgefallen:
    „Einkommenssteuer musst Du dann zahlen, wenn Dein Gewinn, also die Einnahmen abzüglich aller Ausgaben im Jahr 410 EURO überschreitet …“
    Müsste das nicht 410 Euro im Monat sein und nicht im Jahr? ^^‘
    Ansonsten wirklich sehr guter und umfangreicher Bericht.
    Dankeschön =^_^=

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    • Hey Melanie. Danke Dir für Dein Feedback. Nein, es sind tatsächlich 410 Euro im Jahr bei einer Nebentätigkeit. Du rechnest also alle Deine Einnahmen und Ausgaben des gesamten Jahres zusammen und schaust ob der Gewinn (Einnahmen abzüglich Ausgaben) die 410 Euro überschreitet. 🙂 Liebe Grüße

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      • Gerne. Und ich glaube, das kommt ganz darauf an. Du kannst ja sämtliche laufenden Kosten und Ausgaben (Reisekosten, Anschaffungen, Materialkosten, Weiterbildungen usw.) als Ausgaben angeben. Wenn man da nicht drüber kommen will, heißt es mitrechnen 😉 Ich fand die Info bei der Anmeldung damals sehr hilfreich, denn sonst hätte ich ggf. eine böse Überraschung am Jahresende.
        Liebe Grüße

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      • Ich wusste nur etwas von knapp 400 Euro im Monat, wegen der Krankenkasse und natürlich wegen der Steuer. Aber die 410 Euro sind echt übel. Bin jetzt doch ziemlich geschockt. Da will man alles richtig machen und am Ende zahlt man möglicherweise noch drauf v_v große Ausgaben kann man ja auch nicht anbringen, wenn man keinen Reiseblog hat oder ähnliches. Ohje. Ich hoffe, dass das kein böses Erwachen gibt am Jahresende 😦 Hätte ich das vor der Anmeldung alles gewusst, hätte ich es wohl sein lassen 😦 Zumal ja sämtliche Produkte, die man für den Blog erhält vom Finanzamt ja auch mit dem vollen Preis als „Einkommen“ gewertet werden.

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      • Angeben kannst Du alles, was Du an Ausgaben hast. Beispielsweise die laufenden Kosten für Hosting etc. Du kannst Anschaffungen wie PC/ Tablet/ Kamera und beispielsweise Office oder Bildbearbeitungsprogramme wie Adobe Photoshop o.Ä. angeben. Wenn Du zu Konferenzen/ Bloggertreffen fährst, kannst Du Reise- und Hotelkosten angeben. Verbloggst Du ein DIY oder ein Rezept kannst Du Material oder Lebensmittel angeben. Ich habe in meinem Ordner die Beiträge und daran geheftet die Quittungen mit den Ausgaben für die Steuererklärung am Jahresende. Ich drücke Dir die Daumen, dass es sich gut ausgeht. Du kannst hier auch nochmal genau zur Kleinunternehmerregelung nachlesen: https://www.steuern.de/steuererklaerung-kleinunternehmer.html Liebe Grüße

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  4. Hey Yvonne!
    Oh wow, Bloggertreffen … daran habe ich ja noch gar nicht gedacht! #andiestirnklatsch
    Ich eile mal gleich zum Gewerbeamt! ;-))
    Toller Beitrag – sehr, sehr hilfreich und ausführlich! Vielen Dank dafür! Das hat mir in der Blogmuse-Reihe noch gefehlt.
    Was mir noch nicht ganz klar ist: Kann man wirklich ALLE Ausgaben angeben? Also z.B. auch Materialkosten für die ganz „normalen“ eigenen Beiträge, der keine Werbung sind?
    Ganz liebe Grüße,
    Marion

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    • Liebe Marion, danke Dir 🙂 und ja, Reisekosten bei Bloggertreffen kann man mit passender Quittung angeben. Du kannst Dir selbst bei gemeinsamen Essen … wenn es beispielsweise ein Blogger-Stammtisch ist … eine Quittung für die Bewirtung ausstellen lassen. Was die Materialien betrifft. In der Regel kannst Du auch nicht bezahlte Materialien angeben, denn Du bist gemeldet. Das ist Dein Gewerbe und da fallen Unkosten an. Würdest Du Schmuck produzieren, müsstest Du ja auch die Materialien angeben obwohl Du nicht weißt, ob Du alles davon verkaufst 🙂 Da jedes Finanzamt da aber entsprechend anders und empfindlich drauf reagiert, würde ich einfach alle Quittungen aufheben, sie beispielsweise an die Blogposts (gedruckt) heften und mit zum Steuerberater nehmen. Der hilft Dir dabei auszusortieren. Denn … sind Deine Ausgaben dauerhaft höher als Deine Einnahmen, kann schnell der Verdacht entstehen (beim Finanzamt) dass Du Dir steuerliche Vorteile verschaffen willst. Das muss also im Rahmen bleiben. Und da hilft der Steuerberater echt sehr gut 🙂 Liebe Grüße!

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  5. himbeerlounge sagt

    Liebe Yvonne,
    herzlichen Dank für deinen tollen Artikel und deinen schönen Blog! Ich bin Foodbloggerin, finde jedoch Blogs aus anderen Themengebieten auch sehr spannend und verfolge deinen Blog ab sofort. Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende! Sophie

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  6. Tabea sagt

    Hach, das ist ja mal wieder ein super gut zu gebrachendenr Post!! Da freut man sich doch, wenn sowas nach dem Urlaub im Feedreader erscheint.

    Ich überlege ja schon länger mit dem Gewerbe hin und her, aber habe einfach keine 33 Euro, die es in Frankenberg nun mal kostet, übrig. Außerdem habe ich irgendwie Angst vor irgendwelchen dann fälligen Steuererklärungen und dass da doch laufende Kosten bei entstehen könnten. Leider kann ich mich auch nicht beraten lassen, da ich echt kein Geld für einen Steuerberater oder sowas übrig habe.

    Mit meinem Blog will ich eigentlich doch ganz gerne ein paar Cent verdienen, um das Hosting zu finanzieren… nur wüsste ich aktuell eben auch nicht wie.

    Ich finde es ja schön, dass du so ausführlich erläuterst, was das Gewerbe von der Freiberuflichkeit unterscheidet. Über Freiberuflichkeit habe ich mir nämlich nie gedanken gemacht… irgendwie habe ich vor Jahren vom Gewerbe gelesen und weiß seitdem, dass Blogger eben Gewerbetreibende sind.

    Wenn ich also Unkosten angeben könnte, heißt das dann, dass ich beispielsweise die Mehrwertsteuer vom Hosting zurückbekomme? (Ich hab bisher noch nie Steuern gezahlt oder eine Steuererklärung abgeben müssen / können.)

    Zählt bei der Kleinunternehmerreglung nur das Geld aus dem Gewerbe oder auch der reguläre Job? Ich verdiene ja schon fast 10000 Euro im Jahr, aber das steigt ja etwas an, wenn ich das Studium fertig habe…

    Sehe ich das jetzt richtig, dass außer den Anmeldungskosten keine Kosten auf mich zukommen, wenn ich nicht mehr als 410 € plus im Jahr mache?
    Und mein normales Einkommen im Job macht da keinen Einfluss und bleibt so, wie es ist?

    Ich zweifle ja echt immer noch, weil ich einfach nicht weiß, ob die Investition sich lohnt, da ich eben bisher keine Einnahmequellen wüsste.

    Liebe Grüße

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    • Liebe Tabea, entschuldige, dass meine Antwort so spät kommt! Gehen wir mal alles der Reihe nach durch: Was die Beratung angeht. Wenn Du einen Termin beim Finanzamt machst, kostet die Beratung nichts. Das würde ich auch tun, bevor Du mit Deinem Blog Einnahmen erzielst. Einfach um sicher zu gehen, wie Du Dich anmelden musst. Ggf. entscheidet das Finanzamt ja, dass es für den Raum Frankenberg als Freiberufler mit einer Steuernummer getan ist? Das würde ich vorher abklären. Was die Unkosten angeht: Du gibst alle Unkosten an, die Du durch den Blog hast. Hosting, Materialkosten, Reisekosten (beispielsweise Messebesuche) usw. Immer schön die Quittungen aufheben. Ich tackere meine Quittungen beispielsweise an den entsprechenden Post für meine Steuererklärung. Du bist ja Umsatzsteuerbefreit als Kleinunternehmer und musst auch sicherlich keine Gewerbesteuer zahlen. Das wäre nur der Fall wenn Du Vollzeit bloggst und Dein Einkommen bzw. der Gewinn die beschriebene Mindestgrenze knackt. Ich arbeite ja auch noch neben dem Blog und die Kleinunternehmerregelung gilt – soweit ich weiß – für das Nebengewerbe. Informiere Dich da aber lieber auch nochmal beim Finanzamt. Und ja, Du musst keine Gewerbesteuer zahlen, wenn Dein Gewinn (Einnahmen insg. abzgl. Ausgaben insg.) unter 410 Euro im Jahr liegt. Dein Einkommen aus einer Hauptberuflichen Tätigkeit hat darauf keinen Einfluss. Hier geht es um die Einnahmen aus dem Nebengewerbe. Und was die Einnahmequellen an sich angeht: Da gibt es eigentlich viele: Anzeigen schalten, Affiliate Links, Kooperationen, ein eigener Online Shop mit digitalen Produkten oder Selbstgemachtem, Schnittmuster sind eine Option, Onlinekurse, Webinare usw. 🙂 lass Dich einfach mal auf anderen Blogs inspirieren bzw. schau mal bei Pinterest. Da gibt es ein paar gute Posts, in denen Verdienstmöglichkeiten für Blogger zusammengeschrieben sind. Liebe Grüße, Yvonne

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      • Danke für die ausführliche Antwort. Das macht mir jetzt doch Mut, nur zur Sicherheit zum Finanzamt zu gehen und mir dann das Gewerbe anzumelden.

        Deine Verdienstmöglichkeiten sind mir zwar alle bekannt, aber davon passt nichts zu Habutschu, glaube ich. Ich bin einfach in nichts so gut, dass ich damit Geld verdienen kann und Produkte bewerbe und verlinke ich eh so gut wie gar nicht.

        Liebe Grüße

        Gefällt 1 Person

      • Hey, gerne doch. Und was den Verdienst angeht. Ich glaube dass man durch Ausprobieren herausfinden kann, wo die eigenen Stärken liegen. Ein Beispiel: Schau Dir mal den Beitrag zum Nadelkissen Kaktus von 2015 an (vor allem das Titelbild oha) und den jetzt. Da liegen Welten dazwischen und das kommt einfach durchs Machen 🙂 Ich bin sicher, dass Du da auch etwas finden wirst 🙂 Liebe Grüße

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  7. Hallo Yvonne, dein Beitrag ist wirklich super hilfreich gewesen. Das Thema ist nicht immer ganz transparent. Danke, dass d ein wenig Klarheit geschaffen hast. 🙂
    Liebe Grüße,
    Nina

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    • Liebe Nina, vielen Dank für Dein Feedback. Ich freue mich, dass Du Dir aus dem Beitrag etwas mitnehmen kannst. Es ist ja von Stadt zu Stadt unterschiedlich, aber es schadet nicht, sich zu informieren und dann beraten zu lassen. Liebe Grüße

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