Kolumne
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Was hilft bei Hyperemesis? Die besten Tipps bei Schwangerschaftsübelkeit

Sein wir mal ehrlich: So sehr ich mich in den vergangenen Wochen über das #mohntagsbaby in meinem Bauch gefreut habe, hätte ich auf die krasse Übelkeit und das Erbrechen am Anfang wirklich gerne verzichtet. Denn Essen und Trinken ist nahezu unmöglich gewesen, der Weg zur Toilette musste so kurz wie möglich sein und der Eimer neben der Couch oder dem Bett bzw. ein kleiner tragbarer Eimer waren meine ständigen Begleiter.

Wenn es Dir genauso geht, dann ist dieser Beitrag vielleicht genau richtig für Dich. Denn ich möchte Dir gerne meine besten Tipps gegen Schwangerschaftsübelkeit, die mir in den ersten Schwangerschaftswochen wirklich geholfen haben, an die Hand geben. Vorab allerdings noch eine Sache: Die Tipps ersetzen keinen Besuch beim (Frauen-)Arzt und jeder Körper reagiert anders. Wenn Du also unter starker Schwangerschaftsübelkeit leidest, ist der erste Weg der zum Arzt Deines Vertrauens, um einen Behandlungsplan zu erstellen. Klare Sache, oder?

Was ist Hyperemesis gravidarum?

Hyperemesis gravidarum bezeichnet extremes Erbrechen und starke Übelkeit in der Schwangerschaft: ein Zustand, in dem Du Dich mehrmals am Tag übergeben musst und weder Essen noch Trinken bei Dir behalten kannst. Freude!

Meistens tritt dieses Phänomen im ersten Trimester auf und wird im Laufe der Schwangerschaft schwächer. Oft verschwindet die Übelkeit nach der 12. oder 13. Woche sogar wieder. Zumindest geht es mir seit Beginn der 15. Woche deutlich (!) besser – und damit bin ich scheinbar nicht allein. Deswegen gilt: Durchhalten!

Was sind die Risiken?

Gewichtsverlust und Dehydratation zählen neben massiver Erschöpfung und psychischer Belastung (wer kotzt schon gerne?) zu den größten Risiken. Deshalb solltest Du auch, sobald Du Dich über längere Zeit mehrmals am Tag übergeben musst, direkt Deinen (Frauen-)Arzt aufsuchen!

Die Angst, dass dem Baby etwas durch das Würgen und Erbrechen passiert, ist unbegründet. Ein Problem bilden eher die mangelnden Nährstoffe und die mangelnde Flüssigkeit, wenn Du nichts bei Dir behalten kannst. Selbst wenn Du kein Gewicht verlierst, solltest Du auf jeden Fall auf Anzeichen einer Dehydratation achten. Ist Dein Urin dunkelgelb oder ziehst Du zum Beispiel an einer Hautfalte auf Deinem Handrücken und bildet sich die Falte nur sehr langsam zurück, ist das ein Zeichen für zu wenig Flüssigkeit im Körper.

Wann solltest Du zum Arzt gehen?

Die Ratschläge variieren hier ein wenig. Ich bin aber der Meinung: So früh wie möglich! So habe ich das gemacht. Nach 4 Tagen war ich körperlich und nervlich einfach nur noch durch und wollte zumindest ein wenig Linderung.

Ich bin auch wirklich dankbar für meinen Frauenarzt, der nicht nur super nett, sondern auch direkt richtig reagiert und mit mir einen Behandlungsplan inkl. Krankschreibung für den Arbeitsplatz ausgearbeitet hat.

Schaden Medikamente dem Kind?

Das war meine größte (gedankliche) Hürde, die ich nehmen musste. Denn viele Medikamente sind plazentadurchgängig und in meinem Kopf bildete sich das Horrorszenario, dass jede Form von medikamentöser Behandlung furchtbar für das Baby ist.

Allerdings – und das habe ich mit steigender Wochenzahl und bleibender Übelkeit verstanden – hilft es dem Baby genauso wenig, wenn der Körper am Ende seiner Kräfte ist und das, was gebraucht wird durch Nahrung und Getränke, nicht gegeben werden kann, weil man alles wieder erbricht.

Du musst also darauf vertrauen, dass Dein Frauenarzt Dir nur Medikamente verschreibt, die er für unbedenklich hält. Eine Lektion, die mir besonders schwer gefallen ist. Aber: Ein Medikament, das ich beispielsweise gegoogelt hatte, lehnte er direkt mit der Begründung ab, dass das erst ab Schwangerschaftswoche 14 und höher verabreicht werden dürfe, weil die Nebenwirkungen zu stark seien. Und das hat mich wiederum etwas beruhigt, weil ich mir sicher war, bei ihm gut aufgehoben zu sein.

Hier kannst Du übrigens mehr zum Thema Medikamente in der Schwangerschaft lesen. Verlassen solltest Du Dich aber ausschließlich auf Deinen Arzt und dessen Behandlungsplan. Von Eigenmedikation rate ich Dir dringend ab, selbst wenn gefühlte 10.000 werdende Mütter in irgendwelchen Foren von ihren Erfahrungen mit Medikamenten schreiben. Das Internet ist ein Fass ohne Boden und gerade im Bezug auf Schwangerschaftssymptome sollte man Google einem Arztbesuch nicht vorziehen. 🙂

Zusätzliche Unterstützung

Neben dem, was Dein Arzt Dir rät, gibt es noch ein paar Dinge, die Du ausprobieren kannst, um Dir das Leben etwas zu erleichtern:

Viel schlafen und Netflix

Abgesehen davon, dass Dein Körper sowieso eine wahnsinnige Veränderung durchmacht, ist Schlaf Dein bester Freund, um sich ein wenig zu erholen – auch von der Übelkeit. Versuch also nicht, Dich zu quälen und zur Arbeit zu gehen, oder den normalen Alltag meistern zu wollen. Das bringt nichts und baut nur Druck auf. Ich habe Wochen (!) dösend, schlafend und Serien schauend auf der Couch verbracht und konnte so im Rahmen des Möglichen Kraft tanken, um durchzuhalten.

Such Dir Hilfe bei Familie und Freunden

Alltägliche Dinge wie Haushalt, Einkaufen oder in unserem Fall eine Runde mit dem Hund werden unmöglich. Deshalb solltest Du nicht nur Deinen Partner, sondern auch Familie und Freunde um Hilfe bitten. Vielleicht kann jemand einen Einkauf übernehmen, der sowieso selbst einkaufen muss. Und eine Runde mit dem Hund ist sicherlich auch drin. Wenn der Haushalt liegen bleibt: Scheiß drauf! Mach nur das, was Du schaffst. Niemand kann von Dir erwarten, dass Du das volle Programm bei 5% Akkuleistung durchziehst. Wenn Du schon Mama bist, bitte Familie und Freunde Dir beim Kümmern um das ältere Geschwisterchen zu helfen. Für das Kind, das bereits da ist, ist es sicherlich auch eine fiese Belastung, die eigene Mama weder verfügbar zu haben noch sie leiden zu sehen.

Iss winzig kleine Portionen und das so oft wie möglich

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Ich habe mir eine Tüte trockene Salzbrezeln ans Bett gelegt und noch vor dem Aufstehen im Liegen gaaaanz langsam die erste Brezel geknabbert.

Tatsächlich hilft es sehr, viele kleine Portionen über den Tag verteilt zu essen. Selbst wenn Du Dir alle viertel Stunde eine Brezel in den Mund steckst und sie ganz langsam kaust, hat Dein Magen etwas zutun.

Als es bei mir etwas besser wurde, habe ich beispielsweise auch Obstgläschen, zermatschte Bananen und geriebenen Apfel (hier bitte eine Glasreibe verwenden) gelöffelt. Die fruchtige Süße hat richtig gut getan.

Ingwer- und Kräutertee

Ingwer ist in geringen Mengen zu Beginn der Schwangerschaft unbedenklich. Er wirkt zwar wehenfördernd, was jedoch erst bei fortgeschrittener Schwangerschaft ein Problem ist. Wenn Du Dir also ab und zu ein Fingernagel-großes Stück mit dem Teebeutel zusammen aufbrühst, ist das vollkommen unbedenklich.

Ich habe mir beispielsweise immer ein Haselnuss-großes Stück Ingwer geschält, kleingeschnitten und für 5-10 Minuten in meinem Tee ziehen lassen. Mir hat das nicht nur gegen die Übelkeit, sondern auch mit dem bitteren Geschmack im Mund geholfen, der sich im Laufe der Wochen eingeschlichen hatte. (Der ist zwar immer noch da, aber man gewöhnt sich daran.)

Zu meinen Lieblingsteesorten in dieser Zeit zählten Kamille, Fenchel-Anis-Kümmel und der Schwangerschaftstee von Pukka.* (Partnerlink)

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Schreibe ein Schwangerschaftstagebuch

Ich habe angefangen, mir in einem Kalender einzutragen, an welchen Tagen die Übelkeit heftig und wann sie erträglich war. Das hatte den Effekt, dass ich an Tagen, an denen ich dachte: Alles ist furchtbar! sehen konnte, dass es mir schonmal schlechter ging. Es klingt dämlich, aber wenn man sieht, dass man einen schlimmeren Tag überstanden hat, ist der aktuelle Zustand nicht mehr ganz soooo fies.

Aromatherapie

Zitrusduftöle oder Minzöl haben mir auch geholfen. Davon habe ich mir immer ein paar Tropfen auf ein Taschentuch geträufelt und das in der Nähe meines Betts oder vom Sofa liegen lassen. Der Duft hat entspannt und sogar etwas gegen die Übelkeit geholfen. Allerdings muss man das mögen.

Wenn nichts mehr geht

Wenn die Belastung zu stark wird, kann es sein, dass Dein Frauenarzt Dich für Infusionen und Sondenernährung in die Klinik einweist. Das klingt vielleicht ersteinmal furchtbar, aber es hilft nicht nur Dir, sondern auch Deinem Baby. Meine Mutter war – als sie mit mir schwanger war – auch im Krankenhaus und im Nachhinein betrachtet, war das die beste Entscheidung, damit weder ihr noch mir etwas passiert.

Ein paar hilfreiche Links

Was ich Dir wirklich empfehlen kann, sind App und Website Babycenter. Gibst Du dort den Geburtstermin ein, kannst Du quasi Tag für Tag verfolgen, wie Dein Kind sich entwickelt. Zusätzlich gibt es für jeden Tag der Schwangerschaft hilfreiche Artikel und Tipps rund um das Thema Baby, Schwangerschaft, Sport und Ernährung. Mir hat das immer sehr gefallen, zu wissen, wie groß mein Baby gerade ist, was sich gerade entwickelt usw.

Zusätzliche Informationen und Hilfe findest Du aber auch hier:

Ein ausführlicher Artikel über Hyperemesis graviardum bei Baby Center.

www.hyperemesis.de – eine private Website mit einem Forum für Betroffene, wo Du Dich austauschen kannst.
www.hyperemesis.org – die HER Foundation (Hyperemesis Education and Research). Die Inhalte sind allerdings auf Englisch.
www.embryotox.de – Informationen rund um das Thema Medikamente und deren Verträglichkeit in Schwangerschaft und Stillzeit

Ich hoffe, dass Dir der Artikel etwas weiterhelfen konnte und dass es Dir – wenn Du betroffen bist – bald besser geht!
Vielleicht hast Du ja auch noch ein paar gute Tipps oder Hausmittelchen, die gegen starke Schwangerschaftsübelkeit helfen? Dann schreib mir doch einen Kommentar mit Deinen Erfahrungen!
Hab einen wundervollen Tag und bis zum nächsten Mal!

 

 

 

 

 

 

 

 

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