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DIY Blog Relaunch #6: Kreative Blockade | 6 Survival Tipps für eine Schaffenskrise

Eine Schaffenskrise hat jeder (Blogger) mal. Und wenn es nur besch…eidenes Tageslicht ist, das die Fotos merkwürdig grau wirken lässt. Sich aus so einem Tief aber wieder herauszuziehen ist gar nicht so leicht. Denn in das Loch fällt man urplötzlich… und das Risiko ist groß, sich dort einzunisten, um sich ein wenig im eigenen Elend zu suhlen.

Vor gut 4 Wochen ging es mir zum ersten Mal seit Beginn des Relaunchs wirklich an die Substanz. Ich war nicht nur kurz davor, mein Logo zu kippen, sondern meine gesamte Domain gleich mit. Lustigerweise wurde die Frage, der Fragen: „Alles auf Null setzen oder weitermachen?“ – das wirst Du mir kaum glauben – ausgelöst durch ein kleines Stück Papier.

Lass mich Dir also von (m)einer Tragödie erzählen, die eigentlich gar keine ist. Schließlich hatte ich Dir ja versprochen, auch von den unschönen Momenten und Rückschlägen zu erzählen. Und damit ich auf das nächste Loch besser vorbereitet bin bzw. Du vielleicht gar nicht erst hineinfällst, packe ich 6 wasserdichte Survival Tipps oben drauf, mit denen Du zielsicher wieder aus dem kreativen Loch findest.

Exposition, Steigerung der Handlung, Climax, retardierendes Moment … Katastrophe

Alles war dabei. Aristoteles wäre stolz auf mich. Zwar geht die Geschichte gut aus – Du siehst es ja auf dem Blog und auch auf meinen Visitenkarten – aber bis dahin war es ein langer, stellenweise echt  steiniger Weg.

Die beiden größten Steine waren – so unwahrscheinlich es klingen mag – mein unlängst überarbeitetes Logo und das Design meiner Visitenkarten. Zur damaligen Zeit hatte ich mich bereits auf einen Entwurf eingeschossen: der Kreisel als Alleinstellungsmerkmal auf der Front, Kontaktinformationen auf der Rückseite. Das Problem dabei war nur: Es wollte um’s Verrecken nicht klicken. Egal wie ich das Logo platzierte – Größe, Farbe, Form – es sah unbefriedigend aus.

Hinzu kam, dass ich noch einmal meine alten Beiträge auf Inspiration durchforstet habe, inkl. dem Beitrag zum Logo-Design höchst selbst. Und da stellte mir eine der Faustregeln für’s Logodesign doch tatsächlich ganz hinterrücks ein Bein: “Wenn Du es nicht erklären kannst, lass es weg.” Zack. Gestolpert, hingefallen und direkt mal mit dem Gesicht zuerst gebremst… Ich konnte mein Logo nicht erklären, so allein auf der Visitenkarte.

Der blanke Horror!

Ich will ehrlich mit Dir sein: Das war der erste richtige Horrormoment seit Beginn des Relaunch-Projekts. Denn in diesem Augenblick dämmerte es mir, dass ein kleines rechteckiges Stück Papier mir erstmals vor Augen führte, was mir vorher nie in den Sinn gekommen wäre: Niemand, der einfach nur mein Logo sieht, versteht, was damit gemeint ist und was ihn erwartet.

Mein Logo erschien mir zum ersten Mal hilf- und irgendwie sinnlos, ohne eindeutigen Bloginhalt in direkter Nähe, „About me-“ oder „Neu hier-Seite“ und ohne erklärenden Claim darunter.

Eine harte Pille war das, die ich da schlucken musste, das kann ich Dir sagen. Was dann passierte – zwischen Panik, Frust und … noch mehr Frust -, erklären die Memes sicher besser als ich. Außerdem kannst Du Dir doch auch ganz gut vorstellen, wie es mir in diesem Augenblick erging, ohne dass ich zu sehr ins Detail gehen muss:

 

 

Was tun?, sprach Zeuss

Cool bleiben, dachte ich mir, während ich am liebsten in eine Papiertüte geatmet hätte. Lass noch mal auf’s Moodboard schauen, das bringt vielleicht die nötige Inspiration. Denn darauf hatte ich ja ein paar Logovariationen platziert, für den Fall der Fälle, dass ich mal variieren will. Und tatsächlich: Das „M“ gefiel mir total gut.

Also rauf damit auf die Visitenkarte, betrachtet, geprüft und … wieder nichts. Was sollte denn das „M“? Und wie sollte ich den Kreisel dort unterbringen? Macht das „M“ überhaupt Sinn? Machten die „Mohntage“ überhaupt Sinn?

Ich saß ganz vorne im ersten Wagon einer Gefühlsachterbahn, die sich langsam aber sicher zu einer Abwärtsspirale formte.

 

Googeln auf eigene Gefahr!

In meiner Verzweiflung begann ich, mich durch die Untiefen von Google und Pinterest zu klicken. Logo … Logodesign … Rebranding … Logo Do’s and Don’ts. Ich war sicher, dass ich nichts Neues finden würde, bis ich auf einen Beitrag stieß, dessen Format ich normalerweise bewusst vermeide. Du kennst sie sicher: „How I made … in ….“, „How to… killer strategy for …“.

Ich mag diese Beiträge aus genau zwei Gründen nicht:

A. Sie wecken meiner Meinung nach unrealistische Erwartungen an den eigenen Blog bzw. das eigene Können (denn ein Geheimrezept für Erfolg gibt es nicht) und

B. Mir soll doch bitte mal einer der Autoren zeigen, dass das auch wirklich so eingetroffen ist. Ich sage nur „Social Proof“.

Trotzdem blieb ich an genau so einem Catnip-Beitrag hängen. (Catnip deshalb, weil Katzen ja auch nicht anders können, als voll darauf abzufahren, sobald man es ihnen unter die Nase hält.) Darin stand in gewohnter US-amerikanischer Friss-oder-stirb-Euphorie … ich paraphrasiere mal:

Ein Logo macht nur dann Sinn, wenn es einen eindeutigen Bezug zum Inhalt/ zur Marke hat […].

Geistig schwer getroffen taumelte und stolperte mein Verstand rückwärts, bis ihm die folgende Aussage den Rest gab:

Neben dem Logo ist auch der Name der Domain entscheidet über Erfolg und Misserfolg. Schlagworte in der Domain erhöhen außerdem die Trefferquote im Google Ranking. […]

Normalerweise hätte mich das ja kalt gelassen. Aber in diesem Moment schlug der Zweifel sämtliche Haken in mein Fleisch, die er auftreiben konnte. Hatte ich mir den falschen Namen und das falsche Logo ausgesucht? War der Kreisel genauso wie der Name ein unüberlegter Schnellschuss gewesen? Wäre ich mit „DIY“ oder „Design“ in der Domain besser dran gewesen? Lässt sich das jetzt noch ändern? Will ich das überhaupt ändern? Mohntage-DIY klingt doch genauso doof wie Mohntage-Design.

Die Stunde des Ninjas

Wäre es tatsächlich eine Tragödie, würde sich das, was nun folgt in retardierendes Moment und Katastrophe aufteilen. Denn während mein Hirn auf Hochtouren laufend versuchte, eine Lösung für mein Dilemma zu finden, muss es eine der Schubladen aufgerissen haben, die eigentlich für etwas ganz anderes bestimmt war. Aber: Wer suchet, der findet. Und mein Hirn fand: den DIY-Ninja.

DIY-Ninja-Alternativlogo-Mohntage-Blog

Knuffiger kleiner Kerl, oder? Gedacht war er ursprünglich für ein anderes Projekt und zu diesem Zeitpunkt hatte er auch noch kein Gesicht – nur einen Namen. Aber nun, in einem Moment größter Frustration und Verzweiflung – nahm er Form an … auf einem Stück Papier … mit Fineliner und Tipp-Ex.

Mir gefiel die Idee immer besser. Ich stürzte mich auf das „DIY“ im Namen, denn wenn ich das in der Domain hätte, wäre doch von Anfang an allen klar, worum es hier geht! Catnip

Ich fertigte also die Zeichnung an, die Dir nun schon ein paarmal über den Weg gelaufen ist und schickte sie per Whatsapp an alle Freunde und (Bluts-)Verwandten.

An dieser Stelle: DANKE FÜR EURE GEDULD UND EUER FEEDBACK! ❤

Ich setzte all meine Hoffnung auf die Schwarmintelligenz.

 

We agree to disagree

Die Befragung ergab einen Gleichstand von 50:50. Es trudelten genauso viele Pro’s wie Con’s in den Antworten ein, was mich wieder an den Anfang zurückwarf. Ich war  irgendwie doch auf mich allein gestellt und beschloss darüber zu schlafen.

Allerdings brachte der Morgen danach genausowenig Entscheidungsfreude oder zündende Ideen mit sich, wie der Tag zuvor. Das Tablet ließ ich deshalb links liegen. Außerdem waren wir zum Frühstücken verabredet und die Ablenkung konnte ich dringend brauchen.

Den für mich rettenden Stoß in die richtige Richtung gab mir dann eine Freundin beim Frühstück. Denn sie sagte – nachdem ich ihr mein Leid in abgespeckter Version geklagt hatte: DIY-Ninja? Was soll das denn sein? DIY … tödlich und unbemerkt?

Das saß. Zum Glück. Denn sie hatte Recht. Ich hatte bei Ninjas immer nur an die Ninja-Turtles gedacht, die Gutes tun und Verbrechen bekämpfen. OK… meine DIYs und Rezepte senken keinesfalls die Kriminalitätsrate, aber der Begriff Ninja war für mich durchweg positiv konnotiert.

Wie immer fehlte hier der andere Blickwinkel auf meine Fachidiotenblase. „Und außerdem“, nun mischte sich ein weiterer Frühstücksgast ein „muss nicht jedes Logo auf den ersten Blick verständlich sein. Denk mal an Apple oder Nike. Klar, die sind etabliert, aber ein Apfel hat genauso wenig etwas mit Computern zu tun wie ein Haken mit Sportbekleidung.“

Und auch er hatte Recht, weshalb ich zwei weiteree Punkte zu meinen Faustregeln hinzufügen will:

Zu offensichtlich ist auch nicht gut. Ein bisschen darf der Phantasie überlassen werden. Soll heißen: Ein Burger für einen Burgerladen ist vielleicht nicht die beste Wahl, wenn es um ein kreatives Logo geht. Außerdem darf ein Logo auch aus Schrift und Grafik bestehen… es muss nicht immer nur das Eine oder das Andere sein.

Das Logo allein macht keinen guten Blog 😉 Es ist zwar ein nicht unwesentlicher Teil des Blogs, aber es kommt doch in erster Linie auf die Inhalte an. Die müssen stimmen.

 

Die Mischung macht’s

Wieder zu Hause machte ich mich daran, mir mein altes Logo noch einmal anzusehen. Ich schob das „M“ über den Kreisel, beschloss, mich von den dünnen Linien zu verabschieden und eben doch den Claim bzw. auch den Titel des Blogs noch mit aufzunehmen.

Das Endergebnis kennst Du 😀

Mohntage-Blog-Logo-DIY-Food-Design

 

Und nur für den Fall, dass Dich die gleichen Dämonen heimsuchen und Du in mitten in einer richtig tiefen Schaffenskrise steckst, habe ich noch 6 Survival Tipps für Dich, wie Du Dich selbst wieder aus dem Loch ziehen kannst … Münchhausen-Style:

 

1 Tabula Rasa und Brainstorming

Such Dir eine Wand oder eine große glatte Oberfläche und schnapp Dir ein paar Post-Its. Bei mir muss immer die Küche herhalten, da die Hängeschränke und der Kühlschrank die beste zusammenhängende (Klebe-)Fläche in unserer Wohnung bieten. Nun schreibst Du einfach wild durcheinander auf, was Dir einfällt und klebst es an die Wand. Irgendwann wirst Du zusammenhängende Themen identifizieren und gruppieren können. Mit einem bis zwei Schritten Abstand und einem Blick auf das geordnete Chaos, das vorher noch in Deinem Kopf war, ergibt sich vielleicht die eine oder andere zündende Idee.

2 Wechsle die Umgebung

Wenn Dein Hirn überhitzt und Du nicht weiterkommst, lass alles stehen und liegen … zumindest für eine Weile … und geh raus! Mach einen Spazierang durch den Park oder den Wald. Setz Dich in Dein Lieblingscafé oder in ein Museum und lass die Seele baumeln. Und wenn Du nicht weg kannst, weil Du beispielsweise im Büro sitzt, rück Deinen Stuhl ans Fenster und schau nach draußen oder geh zum Kaffeeautomaten. Die Hauptsache ist, Du verschaffst Dir Bewegung, denn die hilft bei der Entspannung mindestens genauso gut wie beim Ankurbeln neuer Ideen.

3 Freies Schreiben

Das kennst Du vielleicht (noch) nicht und es ist auch etwas schwieriger, als es anfangs vielleicht erscheint. Du schnappst Dir einen Zettel und einen Stift und schreibst runter, was Dir gerade so durch den Kopf geht. Keine ausformulierten Sätze. Einfach Worte, an die Du denkst. Ein Beispiel:

Apfelkern, Wurstsalat, Steuererklärung, Kaffee, einkaufen, müde, Schlafen, Honigbiene.

Auf den ersten Blick wirst Du sicher nur einen Haufen unzusammenhängener Wörter vorfinden. Vielleicht steckt aber auch die nächste Idee mitten darunter. Oder Du entspannst Dich, weil Du über „Wurstsalat“ lachen musst. Ich bin Vegetarierin. Keine Ahnung, wie ich auf Wurstsalat komme 😀

4 Prokrastination durch Quatsch im Internet hilft auch

Nimm Dich und die Situation selbst nicht zu ernst! Manchmal tut es nicht nur gut, sich beknacktes Zeug im Netz anzuschauen, es kann auch inspirierend wirken. Wenn es Dich also mit der Blockade ganz schlimm erwischt hat, können Dir diese Seiten helfen… entweder zur Inspiration, zum Lachen oder zum „Aaaaaw!“-sagen:

 

5  Nicht auf Inspiration warten, durchbeißen

In seltenen Fällen wird es schlimmer, wenn Du ein Projekt vor Dir herschiebst: Du kannst deshalb auch versuchen, einfach weiterzuarbeiten. Vergleichen kannst Du diese Übung mit einem Besuch im Fitnessstudio. Du hast keinen Bock drauf, aber Du weißt, dass es etwas bringt und es Dir danach besser geht. Oft kommt die Inspiration nämlich erst während der Arbeit am Projekt.

6 Hol Dir Feedback von Leidensgenoss(inn)en

Wozu gibt es die Blogosphäre wenn nicht zum gegenseitigen Austausch? Eine Frage oder ein Problem schildern ist … zumindest meiner Meinung nach … kein Zeichen von Schwäche. Und wenn Du die paar doofen Kommentare, die vielleicht kommen, aussortierst, sind 100%tig hilfreiche Ideen oder Denkanstöße dabei. Versprochen 🙂

Womit wir auch schon beim Ende der Tragödie und meiner Frage an Dich wären: Was hilft Dir bei Schaffenskrisen? Katze? Kaffee? Lieblingsserie? Hattest Du sowas auch schon einmal oder ist „Muse“ Dein zweiter Vorname?

Wie immer freue ich mich über Deine Ideen, Deine Kritik, Deine Anregungen und Geständnisse aus dem eigenen kreativen Loch.

Mach Lärm, Du weißt wie und wo das geht! ❤

P.s.: Der kleine Kerl wird natürlich überleben und nicht zurück in die Schublade gestopft. Er wird zwar nicht das neue Blog-Logo, aber als Sidekick macht er sich sicherlich gut. Mal sehen… ich habe da glaube ich schon eine Idee. 😀

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare

  1. Oje, da hast du ja eine waschechte Krise hinter dir.

    Ich finde auch, dass ein Logo nicht unbedingt „offensichtlich“ zu sein braucht, sondern ihm ruhig etwas Geheimnisvolles anhaften kann. Gerade wenn es nicht selbsterklärend ist, werden Menschen vielleicht neugierig und fragen nach …

    Mir gefällt der Kreisel jedenfalls super!

    Was Schaffenskrisen angeht, so habe ich mich in den letzten Monaten verändert. Früher habe ich alles bis ins kleinste Detail zerdacht, bis mir aufgefallen ist, dass ich so nicht weiterkomme. Heute lasse ich Dinge eher liegen, wenn ich nicht weiterkomme, und widme mich lieber etwas anderem. In der Regel findet die Lösung dann irgendwie von selbst zu mir. 🙂

    Viele Grüße
    Alex

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    • Liebe Alex. Ich freue mich wirklich sehr über Dein Feedback. Und ja, das war schon ein ordentliches Erlebnis. 😀 Die Dinge nicht zu ernst nehmen bzw. sie liegen lassen, wenn man nicht weiter kommt ist auch mein erstes Mittel der Wahl geworden. Ich persönlich bin jemand, der einen ziemlichen Perfektionsfimmel hat. Der steht mir dann oft im Weg, wenn es beispielsweise nicht zu 100% so ist, wie ich es geplant hatte oder wenn die Inspiration sich nicht so recht einstellen will. Loszulassen bis es wieder besser klappt oder man einen anderen Weg findet, ist wirklich wichtig und ich freue mich über jede Situation, in der ich merke, dass mir das gelingt 😉 Liebe Grüße Yvonne

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