Blog & Design, Blog-Relaunch
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DIY Blog Relaunch #2: Blog Branding durch Farbe

Seit meinem letzten Relaunch-Post habe ich viel Zeit damit verbracht, nach Farben zu suchen. Ich habe so lange und ausdauernd auf Farbpaletten geschaut, bis ich feststellen musste: Das bringt nichts! Nie war eine Kombination dabei, die mich vollständig überzeugt hat. Die richtigen Farben auszuwählen, war ungefähr so einfach wie die berühmte Nadel im Heuhaufen zu finden. Ich war schon kurz davor aufzugeben, als ich meine Farben an einem Ort gefunden habe, an dem ich sie am wenigsten vermutet hätte. Vorab noch eine kurze Anmerkung: Die Relaunch-Reihe soll mir und auch Euch als Inspiration dienen, Euch mit Blog Branding zu beschäftigen, wenn Ihr wollt. Ich hatte schon immer eine Schwäche für ausgefallenes, kreatives, großartiges Design und je mehr ich mich damit beschäftige … je mehr ich darüber lerne und selbst ausprobieren kann …, je mehr Blogger und Pinner ich finde, die dieselbe Leidenschaft teilen und so fantastische Dinge kreiren, desto glücklicher bin ich. Deswegen hoffe ich auch, dass etwas von meinem Glück auf Euch abfärben wird 😀 … Pun intended. ❤


 

Vorsicht Mammut-Beitrag: Der Inhalt auf einen Blick

Jeder Blog-DIY-Tagebucheintrag bekommt vorweg eine Kurzzusammenfassung wie diese hier. Schaut drüber und entscheidet, ob Ihr den Beitrag lesen möchtet, denn es wird ein bisschen mehr Text als üblicherweise. Ihr findet:

  • fünf Faustregeln, die Euch dabei helfen, Eurem Blog einen Wiedererkennungswert zu verleihen,
  • eine Auf-einen-Blick-Infografik über die Wirkung und Verwendung von Farben im Marketing … damit wäre (was die Basics betrifft) alles gesagt 🙂
  • eine Liste geschützter Farben, die Ihr nicht verwenden dürft,
  • meine finale Farbpalette und einen wasserdichten Tipp mit Kurzanleitung, wie Ihr Euer eigenes Farbschema entwickeln könnt,
  • eine kleine Bildergalerie mit Anregungen für weitere Farbpaletten.

 


 

DIY-Farbschema für Euren Blog – Darüber müsst Ihr Euch im Klaren sein

Darüber müsst Ihr Euch im klaren sein

Der eigene Blog ist zuallererst Ausdruck von Kreativität und Interessen des Betreibers. Ihr entscheidet selbst darüber, wie Ihr gestalten und worüber Ihr schreiben wollt. Dieser – wenn man so will – digitale Fingerabdruck ist das, was Euren Besuchern und Followern im Gedächtnis bleibt: Bilder, Rezepte, Anleitungen, Reportagen – sie transportieren Euren ganz persönlichen Stil. Und je stärker Ihr diesen Stil auf jeden Eurer Posts übertragt, desto größer ist der Wiedererkennungswert.

Ein Beispiel: Vor einer Weile habe ich neben ein paar anderen Bloggern einen Gastbeitrag auf dem Blog von Aileen Hannah veröffentlicht. Und da fiel mir eine Häkelanleitung ins Auge: Nahaufnahme, heller Holzboden, sehr gut ausgeleuchtet. Und ohne den Beitrag gelesen zu haben, wusste ich – nur anhand des Stils der Aufnahme -, dass es sich um einen Beitrag von Jasmin | Mein gehäkeltes Herz handelt. Ihr seht: Blog Branding funktioniert. Denn alle Bilder, die Jasmin macht, tragen denselben Stil. Sie sorgt durch eine einheitliche Gestaltung dafür, dass ich eine ihrer Anleitungen mühelos aus einem ganzen Haufen von Bildern heraussuchen kann.

Aber noch vor einem einheitlichen Fotosetting ( … wir erinnern uns an meine DIY-Blog-Bucketlist aus Beitrag #1) kann bereits die Wahl der Farben bedeutend zum Wiedererkennungswert Eures Blogs beitragen. Dabei geht es natürlich in erster Linie um Eure Lieblingsfarben und wie sie miteinander harmonieren. Es geht aber auch um die mögliche Außenwirkung – also um das, was sie beim Betrachter hervorrufen. Noch ein Beispiel: Ich liebe die Farben Grau und Rot. Und ich hätte mir sehr gut vorstellen können, noch einen warmen Creme- oder Offwhite-Ton hinzuzunehmen. Doch als ich mir die Farbkombination Grau, Weiß und Rot im direkten Zusammenspiel angeschaut habe, hatte ich eine wirklich üble Assoziation. Und ich dachte darüber nach, ob vielleicht auch andere auf diesen Gedanken kommen könnten. Also habe ich die Idee dieser speziellen Farbkombination direkt verworfen. Ich werde nicht näher darauf eingehen, sage aber so viel … wenn ich für mich die Farben grau, weiß und rot wählen würde, hätte ich irgendwie das Gefühl mein Blog wäre braun … und das will ich nicht! Damit mir sowas nicht noch einmal passiert und mein Logo nicht das einzige bunte Element meines Blogs bleibt, stand für mich fest, mein Konzept noch einmal völlig neu zu überdenken. Dabei waren mir die folgenden fünf Faustregeln eine wirklich große Hilfe.

Farbgestaltung Eures Blogs Faustregeln

5 Faustregeln für sinnvolles Blog Branding:

  1. Haltet (schriftlich) für Euch fest, was Euren Blog einzigartig macht und baut darauf auf. Stellt Eure Definition in regelmäßigen Abständen auf den Prüfstand: Findet Ihr es immer noch gut? Falls nicht, ändert etwas.
  2. Definiert für Euch, was Ihr damit erreichen möchtet (Monetarisierung oder reines Hobby)? Seid Euch im Klaren darüber, dass eine Monetarisierung mehr Einschränkungen mit sich bringt. Im Laufe der Zeit werdet Ihr sicherlich auch Kooperationsanfragen von Firmen bekommen (mir wollte man eine Säge zum Testen schicken). Entscheidet, ob Ihr das wirklich tun wollt und recherchiert vorher, was Ihr rechtlich alles beachten müsst. Finger weg von do-follow-Verlinkungen! Schaut am besten mal in die Richtlinien für Webmaster, wenn Ihr Euch weiter darüber informieren wollt.
  3. Verbiegt Euch nicht – weder in die eine, noch die andere Richtung! Folgt nicht blind einem Trend, von dem Ihr glaubt, dass er Euren Blog erfolgreich macht, wenn Ihr ihn nicht vertreten könnt. Das artet in Stress und Druck aus! Gleichzeitig müsst Ihr das Rad nicht neu erfinden. Wenn Euch ein Stil, der gleichzeitig Trend ist, gefällt, geht diesem Gefühl nach, ohne Euch schlecht oder als Mitläufer zu fühlen, und verleiht dem Trend Euren persönlichen Touch. Kreativität ist immer eine gute Mischung aus Inspiration durch Andere und Eigeninitiative.
  4. Versucht Euren Stil in jeden Aspekt Eures Online-Auftritts zu integrieren (z.B. durch ein Logo, dass Ihr in Eure Fotos einbinden könnt). Bezieht dabei auch Eure Social Media Auftritte mit ein (Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest, Tumblr, Snapchat usw.).
  5. Definiert eine Zielgruppe. Achtet aber darauf, dass die Follower, die Ihr bereits habt, Euren Blog noch wiedererkennen und mühelos finden, was sie so sehr daran mögen. Macht Euch bewusst, welche Aussenwirkung Eure Gestaltung erzielen kann.

Es braucht nur 90 Sekunden, um sich eine Meinung zu bilden. Zwischen 62% und 90% dieser Meinung hängen von der Farbe ab.

Natürlich ist Wahrnehmung immer subjektiv. Jeder Mensch sieht und empfindet Farben anders. Die Gestaltung, die Ihr wählt, sollte deshalb in erster Linie Euch gefallen. Ihr schaut Euren Blog schließlich am häufigsten an und arbeitet damit. Seid Ihr verrückt nach knalligen, lebendigen Farben? Wieso sucht Ihr nach Grau- und Pastelltönen? Umgekehrt könnt Ihr Euch dasselbe fragen, wenn Ihr natürliche, erdige Töne bevorzugt und gerade dabei seid, einen knalligen Pinkton als Blogheader zu hinterlegen. 😀 Gebt es zu! Es dauert wirklich nicht lange, bis Ihr entschieden habt, ob Euch eine Farbe gefällt oder nicht. Und so wie Euch geht es uns allen hier. Aber habt Ihr Euch schon mal gefragt, woran das liegt? Ganz nüchtern betrachtet mögen wir eine Farbe, weil die Zellen unserer linken Hirnhälfte uns sagen, dass wir eine Farbe mögen (My Stroke of Insight | Jill Bolte Taylor Ph. D.) Aber das lassen wir so natürlich nicht stehen 😉 Wir freuen, ekeln, entspannen oder ärgern uns über, durch, mit und wegen Farben … once more with feeling. Die berühmtesten Beispiele wären Rot, Grün und Blau. Rot steht für Energie, Liebe, Feuer, Aufregung, Leidenschaft, Wut. Grün hingegen wird assoziiert mit Frische, Gesundheit, Ruhe, Entspannung. Blau verkörpert Vertrauen, Verlässlichkeit und Stabilität. Aber hättet Ihr gewusst, was es mit Orange, Braun und Grau auf sich hat? Nein? Dann werdet Ihr Euch sicher genauso über die folgende Infografik freuen wie ich, als ich bei meinen Recherchen darüber gestolpert bin. Die Infografik ist in englischer Sprache, aber dennoch sehr leicht verständlich. Sie fasst grundlegend alles zusammen, was Ihr über die Wirkung und Bedeutung von Farbe wissen solltet:

ColorInfographicHiRes

Alyssa Doebler | Bags & Bows

Cool oder? Besonders der Zusatz Marketing/Usage gibt noch einmal einen ganz anderen Blick auf eine professionelle Verwendung von Farbe.

Aber Achtung! Nicht alle Farben dürfen einfach so verwendet werden.

Stellt sicher, dass Ihr keine geschützten Farben großer, bekannter Firmen verwendet. Dazu zählen:

  • Pantone 368 ehemals Dresdener Bank
  • RAL-1021 ADAC gelb
  • RAL-4010 Telekom-Magenta
  • Pantone 280 Nivea Blau
  • #684fa3 Milka Lila

Ansonsten wären da noch das Coca Cola- und das Sparkassenrot. Versucht einfach darauf zu achten, dass Ihr nicht gerade den Ton trefft, den eine (etablierte) Marke vielleicht schon etwas länger verwendet. Das kann – am Beispiel von Nivea bzw. dem Rechtsstreit zwischen Bayer und Unilever – wirklich ins Auge gehen. Dass meine Farben, die ich mir ausgesucht habe, keiner Marke gehören, ist ziemlich sicher. Aber alles der Reihe nach …

Farbe | Wie aus der Pantone geschossen

DIY Farbpallette ohne Stöhrer

Mit einer Pantone hat alles angefangen. Um genau zu sein mit DER Farbe 2016: Rose Quartz | Pantone 13-1520 Ich trage selbst gelegentlich einen Rosenquarz, der sich seit 19 (!) Jahren in meinem Besitz befindet … holy sh… das ist lange her. 😀 Und obwohl ich nicht der Typ bin, der Rosa zu seinem Style-Grundstock zählt, muss ich doch gestehen, dass ich einem matten Rosé oder einem Vintage Rose Ton ab und zu nicht widerstehen kann ❤ Für mich stand fest, dass ich mein Farbschema um die Farbe Rose Quartz herum aufbauen möchte, auch wenn der angenehm matte Farbton vermutlich nur eine untergeordnete Rolle spielen wird. Ich fing also an, mir die vorgegebenen Farbpaletten anzusehen und hatte direkt ein Déjà-vu der unangenehmen Art: Jede einzelne Farbe für sich war schön, ein paar passten gut zusammen, aber die Harmonie, die ich suchte, wollte sich nicht so recht einstellen. Mit steigendem Frust wechselte ich zu der einzigen Tätigkeit, die – neben Stricken – in Situationen einer fiesen hirnzwirbelnden Kreativblockade hilft: Das (Um-)Strukturieren meiner externen Festplatte, die buchstäblich alles beinhaltet, was meine Mohntage ausmacht … ich sollte eine Sicherheitskopie der Sicherheitskopie machen 😀 Der Grat zwischen Ordnen und sinnlosem Stöbern kann jedoch ein sehr schmaler sein, weshalb ich von Kaffee zu Tee und vom Strukturieren zum Bilderbummeln überging. Dabei ist es dann auch passiert. Es hat mich erwischt – so richtig! Die Muse, was nur dieses Mal nicht meine Muse, sondern die richtige, inspirierende, knutschende Muse ist, hat mir mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen.

Auf meinem Bildschirm: meine Lieblingsaufnahme aus dem Wicklow Mountain Nationalpark. Im Hinterkopf, die Pantone 13-1520!

Die Pantone und das Bild Es dauerte keine zwei Sekunden: Ich verliebte mich in die Farben, so wie man in den Schlaf gleitet: langsam zuerst und dann rettungslos. (John Green | The Fault in our Stars) ❤ Und ich erinnerte mich, dass ich auf der Pantone-Website Farben unterschiedlicher Paletten gesehen hatte, die sich auch in meinem liebsten Urlaubsbild wiederfinden.

  • Old Rose, wie der rostige Ton auf dem Pfosten am Straßenrand.
  • Forest Night, wie das satte grüne Moos, dass den gesamten Park bedeckt
  • Cloud Dancer, wie der abendliche, schon leicht dämmrige Abendhimmel

Nur für das Heidekraut fand sich kein Ton. Aber die Muse-Muse hat mich nicht verlassen und mir fiel ein, dass es in nahezu jedem Bildbearbeitungsprogramm das Pipetten-Tool gibt 😀 Ergo: Ich habe mir die letzte, fehlende Farbe einfach selbst gemacht. Herausgekommen ist Wicklow Heather (#4d454a) und mein Farbschema für den Blog-Relaunch war komplett: wie aus der pantone geschossen Farbauswahl

Letztendlich hat mich mein Gefühl – meine Erinnerung an den schönen Abend im Wicklow Mountain Nationalpark – zu meinen Farben gebracht.

Daher mein Tipp für Euch: Schnappt Euch Euer absolutes Lieblingsfoto, dass Ihr gefunden oder sogar selbst gemacht habt und Ihr findet sicher Euer Farbschema!

Probiert es einfach mal aus. Vielleicht klappt es bei Euch ja genauso gut. Wollt Ihr es testen? Dann los! Hier sind ein paar wunderschöne, auf Unsplah gejagte Bilder, deren Farben ebenfalls wunderbar miteinander harmonieren:

 

Solltet Ihr keine passenden Pantonen finden oder genau die Farbe haben wollen, die sich direkt im Bild befinden, so wie mein Wicklow Heather, zeige ich Euch anhand eines Screenshots noch, wie Ihr den Farbwert aus dem Foto herausholen könnt (eine wirklich kurze Kurzanleitung quasi). In Eurem Werkzeugkasten sollte sich, unabhängig davon, welches Programm Ihr nutzt, ein Tool befinden, dass wie eine Pipette aussieht. Wenn Ihr es auswählt, verwandelt sich Eure Maus in die Pipette und Ihr müsst einfach nur noch auf die gewünschte Stelle im Foto klicken, um genau den Farbwert zu erhalten, der dort zu sehen ist. Der Farbwert wird Euch als Code auch direkt angezeigt:

Farbe mit der Pipette ermitteln.jpg

So Ihr Lieben. Das war ein ziemliches Stück Weg, das wir hier zusammen gegangen sind. Wer bis zum Ende durchgehalten hat: schön, dass Du noch dabei bist! ❤ Ich hoffe, Ihr könnt aus diesem Beitrag etwas für Euch mitnehmen und fühlt Euch inspiriert und bereit, Euch selbst auf die Suche nach Farben zu machen. Vielleicht habt Ihr sie ja schon gefunden. Und falls das so ist: Wie seid Ihr zu Euren Farben auf dem Blog gekommen? Ach ja … und ein bisschen Kupfer darf natürlich nicht fehlen … das verwende ich sehr wahrscheinlich für eine meiner neuen Schriftarten auf dem Blog. Getestet habe ich die Kupferstruktur ja bereits auf dem Titelbild. Wie genau ich zu meinen neuen Schriften finde, erfahrt Ihr dann im 3. Teil meiner Blog-Relaunch-Reihe. Ich hoffe Ihr bleibt weiter dabei!

DIY Farbpallette

Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare, Links Eurer Werke, Kritik, Anregung, Fragen usw. … raus damit! Macht Lärm! Ihr wisst wo und wie das geht! ❤ … und habt Ihr den Mops gesehen? Der in eine Kuscheldecke eingewickelte Mops? Der ist der Hammer, oder? Ist das überhaupt ein Mops? Ich weiß es nicht … aber ich liebe ihn 😀

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Unsplash

 

27 Kommentare

    • Wenn Du Lust auf Farbe hast, würde ich die Gestaltungsfrage nicht allein vom Reader als Hauptbezugsquelle abhängig machen. Aber ich verstehe gut, wie Du darauf kommst. Hast Du denn das Gefühl, dass es verschwendete Gestaltung wäre? Ein roter Faden zieht sich ja nicht nur auf Textebene durch Deinen Blog … Und Du hast Recht. Das ist eine Menge Text. Daher, meine Lieblingsfrage: Imaginärer roter Fineliner im Anschlag … Was würdest Du streichen? 🙂

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      • Ich würde mich hüten, irgendjemand zu sagen, was er an seinem Text kürzen sollte. Sowas mache ich nicht.
        Es liegt an meinen Lesegewohnheiten. Ich lese auf Toiletten oder als Beifahrer im Auto, immer dann wenn ich 2 Minuten Zeit habe. In dieser Zeit versuche ich so viele Text, wie möglich zu lesen.
        Damit bin ich dann wohl das Äquivalent zum ADHS Kind, wenn es um das Lesen geht. Diese Kinder können sich einfach nicht auf lange Texte konzentrieren. Sie schaffen höchstens 2 min Texte und auch die nur, wenn sie von Anfang bis zum Ende gut sind.
        Was das Problem dabei ist – ich befürchte, dass es immer mehr wie mich gibt. Deshalb sind 2.000 Wörter pro Beitrag vielleicht etwas viel. Versteh das aber bitte nicht als Kritik. Das ist nur ein Hinweis auf Leser mit Durchzug-Hirnen.
        Was die Farbe angeht – 90% meiner Leser, sowie auch meine eigene Person, benutzen Apps oder Browser, die den „Reader“ als Quelle für Ihre Lesegewohnheiten nutzen. Im Reader sind alle Texte schwarz auf weiß – mit Bild als Blickfang. Das gilt übrigens auch für Facebook, Tumblr, Medium, Twitter etc.
        Das jemand tatsächlich meinen Blog öffnet und sich damit mein Layout ansieht, ist extrem selten. Deshalb meine Frage nach der Verhältnismäßigkeit?
        Sorry – diesmal hab ich mich nicht kurz fassen können… 😉

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      • Kein Ding. Finde ich spannend. Daher auch die Frage, was Deiner Meinung nach hätte entfallen können. Ich komme aus der Verlagsbranche. Texte stückeln … auch eigene, zählt zur Berufserfahrung 😉 Und der Trend zum selektiven Lesen kommt mir daher auch mehr als bekannt vor. Mir helfen Blicke von außen dabei, neue Impulse für die eigene Arbeit zu finden. Deshalb finde ich Deine Ansichten wirklich interessant und ich fasse es definitiv nicht als Kritik im negativen Sinne auf. Keine Sorge. Im Gegenteil. Wenn man dem Referrer jedoch Glauben schenken kann, kommt die Mehrheit der Leser bei mir oft über Facebook oder Handmade Kultur und landet direkt auf dem Blog. Die gezählten Bezüge über den Reader sind nicht so groß. Unabhängig davon liegt die Motivation bei mir hauptsächlich darin, es für mich auszuprobieren. Ich will wissen, ob ich mir „Webdesign“ selbst beibringen und das, was mir vorschwebt, ohne Vorkenntnisse durch Probieren und learning by doing umsetzen kann. Parallel schreibe ich darüber, um zu sehen, welches Echo zurückkommt. Ich habe ein paar Blogs gefunden, die eine Blogpause gemacht und danach das fertige Design präsentiert haben. Meine Frage war dann immer: „Wie“ habt Ihr das gemacht? 🙂 Und beim Wie setze ich an.

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      • Ich bin mit Tumblr vor ein paar Jahren (2011) angefangen und hab dort sehr viel Wert auf das Design gelegt. Zuletzt war es nur ein kleiner Punkt für den Erfolg.
        Letztlich waren meiner Erfahrung nach nur „Vernetzung, Lesen & Kommentieren und Aushalten“ wichtig. Diese drei Punkte entscheiden auf diesen Plattformen.
        WordPress ist ein wenig behäbiger und netter. Es wirkt reifer als das schnelllebige Tumblr.
        Ich glaube, dass wir im Zeitalter von ADHS nur noch kurze Texte lesen. Arg dumm wird es bei Tumblr, wo im Moment nur noch Einzeiler als Bild gepostet werden. Bei Facebook kann man das auch beobachten. Twitter ist sowieso nur dazu fähig.
        Selbst auf Spiegel-Online lese ich höchstens noch bis zu 4ten Zeile.
        Vielleicht lieg ich da allerdings auch falsch.
        Was sind denn da sonst so die Erfahrungen?

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      • Zurück zur farblichen Gestaltung. Ich habe in der letzten Woche einen halben Tag mit den tollen Themes bzw, Vorlagen von WordPress verbracht, mit dem Resultat:

        A) Die Zeit war verschwendet- ich hätte lieber schreiben sollen, denn:
        B) es gibt keine Vorlage die auf das passt, was ich gerne hätte, weshalb ich:
        C) für eine ordentliche Vorlage wahrscheinlich selbst programmieren müsste um dann:
        D) auch noch Geld für das Premium Packet auszugeben, da man nur dann etwas Eigenes nutzen darf.

        In dem Fall bin ich etwas verbittert. Aber wahrscheinlich soll es auch so sein – wer mehr will, muss dafür bezahlen.
        Das würde ich im Umkehrschluss aber nur machen, wenn ich bemerke, dass das Interesse an meinem Blog steigt. Daher werde ich mich wohl noch etwas gedulden.

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      • Ich packe beide Antworten in eine, ja? 🙂 1. Kommentieren, Teilen, Vernetzen und Lesen ist wichtiger als Design. Da stimme ich Dir zu. Das ist auch das, was mir u.a. am meisten gibt … Austausch mit anderen Bloggern/ Kreativen. Ich glaube auch, dass es dazu gehört, sich selbst zu beteiligen und nicht nur darauf zu warten, dass die Followerzahl auf mirakulöse Weise nach oben steigt.

        Der Trend zum Sprachkanibalismus … oder netter verpackt zur Sprachökonomie … fällt mir auch auf. Allerdings muss ich gestehen, dass ich ihn nicht mag. Beruflich beugt man sich dem Trend. Formulierungen, Titel, Klappentexte, Teaser … alle werden direkt suchmaschinenoptimiert aufbereitet – einheitskonform trumpft Kreativität. Ein Beispiel: Als Feuchtgebiete von Charlotte Roche veröffentlicht wurde, haben zahlreiche Buchverlage unzähliche Bücher im selben Design auf den Markt geworfen: Karomuster, Hirschgeweih usw. Als John Greens Das Schicksal ist ein mieser Verräter veröffentlicht und gefeiert wurde, änderte sich das Buchdesign hin zu krakeliger, serifenloser Schrift in Kombination mit Chalkboard Art. In der Werbebrange muss es dagegen knallen und provozieren. Ich glaube fest, dass wir einer Übersättigung an Neuem und Provokantem entgegensteuern. Dass irgendwann ein Punkt erreicht ist, an dem nicht „noch einer draufgesetzt“ werden kann und selbst der kreativsten Idee nur noch ein müdes Lächeln entgegengebracht wird. Für beruflich Kreative steigt der Druck dadurch ins Unerträgliche und die Fluktuation dieser Stellen ist hoch. Ich glaube aber auch, dass sich (vielleicht gerade deshalb) eine Gegenbewegung formiert. Zumindest ist das mein Eindruck, wenn ich durch die Blogs stöbere, denen ich folge. Ich weiß für mich, dass ich es genießen kann, einen langen Text zu lesen. Dass mir das sogar lieber ist, als Ein- oder Zweizeiler. Es kommt jedoch auch auf den Inhalt und die Nische an, die man bespielt. Das, was Du beschreibst, spielt der gepredigten Geschwindigkeit in die Tasche und wird von den sozialen Medien durch technische Restriktion bestärkt. Man „kann“ gar nicht mehr schreiben, selbst wenn man will. Deswegen soll eine Headline oder eine Bildunterschrift immer gleich schon das Potenzial für einen Tweet oder Sonstiges haben. Das Dogma für redaktionell erstellte Texte lautet nicht umsonst: Schnelligkeit, zwischendurch, auf dem Weg zur Arbeit, in der Bahn, am Flughafen usw. Das ist die Zielgruppe. Dem gegenüber steht die Entschleunigung. Dazu zähle ich mich. Mir wird schlecht, wenn ich überlege, wie schnelllebig alles ist … Tendenz steigend. Und mein Blog dient mir deshalb in erster Linie als kreatives Ventil zur Entschleunigung. Die Leser, denen meine Texte zu lang sind, gehören einfach nicht zu meiner Zielgruppe. Ich weiß auch, dass ich mich nicht dahingehend verbiegen will, um sie für mich zu gewinnen.
        Was Du bzgl. der Themes beschreibst, kann ich auch vollkommen nachvollziehen. Keines passt auf die Bedürfnisse, die ich habe. Genau deswegen gestalte ich selbst. Dass man dazu Geld in die Hand nehmen muss, ist wahr. Ich empfinde es aber nicht als etwas Negatives. Jedes intensiv verfolgte Hobby kostet Geld. Man zahlt für Sportausrüstung, Vereinsgebühren, Wolle, Bücher … wieso dann nicht auch für das Bloggen? Ich würde meinen Blog auch umgestalten, wenn ich wenige Follower hätte oder die Zahl wieder sinken würde – natürlich wäre das ein blödes Gefühl, aber allein davon abhängig sein möchte ich nicht, dann ginge mir der Spaß verloren 🙂 Vielleicht wäre eine eigene Gestaltung und das Hosting über einen freien Provider etwas für Dich?

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      • Ist eher ne Frage der Funktion des Blogs. Für mich zählen zwei Faktoren mit der dazugehörigen Priorität (proportional zu vergebenen Nummerierung):
        1. Schreiben um zu Üben und kreativ zu sein.
        3. Gelesen werden.
        Mit anspruchsvollem Job und zwei jungen Kinder hab ich kaum Zeit für Entschleunigung. Auch diesen Text muss ich zwischen Tür und Angel schreiben. Ich kann Texte querlesen. Das mache ich leider immer öfter. Außerdem hätte ich mehr Zeit, wenn ich nicht noch Handyspiele spielen würde. Das muss ich definitiv mal ändern. 😉

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      • So sortiert bzw. setzt jeder seine Prioritäten anders. 🙂 Meine liegen – auch noch nicht lange, aber immer stärker – klar auf Ausgleich und kreativem Ausprobieren/ Austausch – neben Beruf und Familie … also einem gesunden Gleichgewicht zwischen den einzelnen Teilen. Ganz einfach weil es mich glücklich macht, mich nicht nur auf eines davon zu konzentrieren, um dann frustriert festzustellen, dass für die anderen keine Zeit bleibt und man seine Mitte verliert (und an diesem Punkt war ich). Wenn ich dabei auf Menschen treffe, die meine Ansichten teilen und mich ein Stück weit begleiten, ist das ein wunderbarer Nebeneffekt – aber kein von mir erklärtes Ziel. Und was bei Dir die Handyspiele sind, ist bei mir das Stricken. So ist das 🙂

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      • Dann verstehen wir uns ja recht gut. Die Gründe waren für mich auch sehr ähnlich. Auch wenn man ab und zu in meinem Beruf kreativ werden muss, war es für mich nicht ausreichend genug. Ich brauche einfach ein Ventil.
        Was das Bezahlen angeht – ich bin gerne bereit die Summe zu zahlen. Dafür möchte ich allerdings erst einmal wissen, ob ich bei dem Hobby nicht nach ein paar Wochen abspringe, weil es mich wieder langweilt. Meine „Geschichte mit den Jahreszeiten“ ist ein Versuch, bei dem ich abwarte ob er angenommen wird.
        Im Moment bin ich aber schon fast dabei, das Paket zu kaufen. Vier Monate sind ja eigentlich ausreichend für einen Test…

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      • Klingt ganz danach 🙂 Ich bin jetzt seit einem Jahr dabei … was mir tatsächlich jetzt erst auffällt 😀 … und ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, keine Lust mehr darauf zu haben. Ich bin gespannt, für was Du Dich entscheidest.

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      • Die Erfahrung zeigt, dass ich ein Jahr Spaß daran habe und dann Lust auf was anderes bekomme. Eine Konstanz bekomme ich einfach nicht hin. Ab und an muss sich mal was ändern.
        Deshalb das, was ich jetzt mache auch erst einmal auf ein Jahr fixier. Danach könnte was anderes folgen. 😉

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    • Hallo Lisa, vielen Dank für Dein liebes Feedback. Das freut mich wirklich sehr! Ich habe gleich mal auf Deinen Blog geschaut und ihn direkt in meinen Reader gepackt. Das Design inkl. Content Animation ist große Klasse. Hast Du die Animated Frames als Widget eingebunden? Liebe Grüße, Anne

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  1. Ein toller Post, von vorne bis hinten verschlungen 😀 bei gut geschriebenen Texten ist es mir wurscht wie lang sie sind. Bei deiner ersten Farbwahl musste ich auch sofort an das „braune Milieu“ denken, heftig wie sehr bestimmte Farbkombinationen behaftet sind. Deine letztendliche Farbwahl ist wunderschön und ich habe das Gefühl sie passt zu Dir wie die Faust aufs Auge. Freue mich auf Teil #3 😄 Hab noch einen schönen Sonntag. LG Anna

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    • Hallo Anna, vielen Dank. Das freut mich sehr. Ich bin mit meinen Farben auch sehr glücklich. 🙂 Das Farbschema über ein Lieblingsfoto zu bestimmen, hat für mich super funktioniert, weil zusätzlich zur Farbe eine schöne Erinnerung mitschwingt. Und ja, es ist wirklich krass, welche Assoziation bei bestimmten Farben hochkommt. Es erleichtert mich aber, dass es nicht nur mir so ging und es bestärkt mich in meiner Entscheidung, diese Farben nicht gewählt zu haben. Liebe Grüße

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  2. Toller Beitrag.. Finde die Idee ein Lieblingsfoto zu nehmen, klasse. Ich werde mal schauen. Es gibt einige.
    Wahrscheinlich ein Bild aus Dünen in unserm geliebten Holland, wo wir uns oft aufhalten.
    Allerdings die Farbe Kupfer als Schrift ist auch mein Ding.
    Wo finde ich diese, oder steht das schon in einem Beitrag von dir ?
    Werde noch ein bisschen bei dir lesen..
    Auch dein Theme gefällt mir gut.
    LG Tina

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    • Hey Tina 🙂 Ich freue mich wirklich sehr über Dein Feedback. Die Idee mit dem Lieblingsbild kam mir, weil ich so genau weiß, dass ich immer etwas Besonderes mit dem Blog und dem Design verbinden kann. Wenn Du einen Kupfereffekt möchtest, solltest Du Dir eine sog. Foil/Texture bzw. Struktur als PNG oder EPS Datei kaufen. Schau mal hier bei Creative Market, da findest Du dazu unheimlich viel: Die beiden hier gefallen mir besonders gut und man kann dort mit paypal bequem und problemlos zahlen 🙂 https://creativemarket.com/SummitAvenue/508491-Rose-Gold-Foil-Design-Elements und https://creativemarket.com/OriginsDigitalCurio/358817-Rose-Gold-Digital-Paper In meinem Logo-Tutorial erkläre ich auch, wie man die Strukur in den Text einfügen kann, via sog. Clipping Mask. Klingt furchtbar technisch, ist aber super einfach. Wenn Du nur eine Kupfer-ähnliche Farbe möchtest, empfehle ich Dir #D56D4A zu verwenden. Wenn Du Deine Farbpipette anklickst, kommt ein Feld, in dem Du Farben auswählen kannst und da ist irgendwo ein Feld wo ein # davor steht. Dort gibst Du dann die Zahlen-Buchstabenkombination ein. Das ist der sog. RGB bzw. Hex Wert. Oder Du schaust hier: http://encycolorpedia.de/763c28 da sind ganz viele Braun-/Kupfertöne mit RGB Werten angegeben, die Du übernehmen kannst 😉 Wenn Du Fragen hast, melde Dich gerne. Und sag mal Bescheid, wenn Du Deine Farben festgelegt hast. Ich bin auf das Bild gespannt. Liebe Grüße Yvonne

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      • Also du bist ja wirklich der Knaller.. Ich bräuchte schon um den Text zu schreiben..ewig. Vielen Dank für die ausführliche Antwort, das ist wirklich so eine Hilfe. Glaub‘ mir .. Ich werde bestimmt an dir „kleben “ .. Hoffentlich hältst das du das durch 😂😂.

        Keine Angst ..ich versuche es erst mal mit deinen Beiträgen, aber zu wissen dich ansprechen/schreiben zu können, hilft das Projekt zu starten, oftmals steht da so „einer“ auf der Bremse ..

        Danke dir sehr. Habe einen schönen Sonntag
        Tina

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      • Hey Tina. Kommentare wie Deine sind Teil der Motivation, die mich antreibt, weiterzumachen 🙂 Du darfst immer gerne fragen und schreiben. Gerne auch direkt an hello@mohntage.com falls es für einen Kommentar zu viel wäre. Liebe Grüße

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