Have a nice Mohn-Day!
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Have a nice Mohn-Day … Obdachlosenhilfe

Vor ein paar Tagen habe ich unseren Kleiderschrank aussortiert und anschließend in der Drogerie für ca. 20 Euro Hygieneartikel gekauft. Mit Kleidern und dem Einkauf bin ich zu einem der Obdachlosenheime in Mainz gefahren, um beides zu spenden. Wieso? Ich verfolge drei simple Regeln: 1. Hinsehen, 2. Zuhören & 3. nichts für selbstverständlich nehmen!

Mich hat das Ganze ca. 1 1/2 Stunden meiner Zeit und etwas Geld gekostet. Aber der Gewinn ist viel größer! Die Kleidung, die ich nicht mehr brauche, die vielleicht schon seit über einem Jahr ungetragen in der hinteren Ecke meines Schranks ihr Dasein fristet, erfüllt nun einen guten Zweck. Und besonders Hygieneartikel wie Duschgel und Zahnbürsten, aber vor allem Tampons oder Binden werden dringend benötigt, damit junge Mädchen und Frauen nicht in ihre Kleidung menstruieren müssen.

Wenn ich abends mit meinem Mann und meinen Katzen zu Hause auf dem Sofa entspanne, frage ich mich oft, wie es wäre, wenn wir diese Sicherheiten, diesen selbstverständlichen Luxus, nicht besäßen.

Ich frage mich: Kostet es mich im Nachhinein mehr, untätig zu bleiben, stur geradeaus zu schauen, die Straßenseite zu wechseln und so zu tun als würde ich die Bitten um Hilfe, um ein paar Cent … vielleicht um einen Kaffee oder ein Brötchen … nicht hören? Kann ich das mit meinem Gewissen verantworten? Oder investiere ich etwas Zeit, vielleicht auch etwas Geld und leiste einen Beitrag? Einen kleinen zwar … aber einen Beitrag, der etwas bewegt.

Eine Obdachlose, mit der ich mich vor dem Mainzer Hauptbahnhof unterhalten habe, sagte mir: „Selbst die kleinste Spende hilft.“ An diesem Tag hatte ich kein Kleingeld dabei. Aber ich brauchte noch Brot. Also bin ich in den Bahnhof zum nächsten EC-Automaten gegangen, habe das Brot im Bahnhof gekauft und etwas Kleingeld bei der jungen Frau und ihren Hunden gelassen.

Ich frage mich auch: Was bewegt so viele Menschen dazu, weg anstatt hinzusehen. Ich glaube, dass ein Großteil dieser Verweigerungshaltung gegenüber Bedürftigen auf der Furcht beruht, genauso zu enden. Oft reicht ein „mir geht es auch schlecht genug.“ Aber stimmt das?

Was sagt Ihr? Habt ihr etwas Ähnliches erlebt? Engagiert ihr euch vielleicht auch für einen guten Zweck? Oder wollt Ihr gerne helfen?

Ich verlinke Euch hier die Mainzer Obdachlosenhilfe, falls sich mal ein Mainzer auf diesen Blogeintrag verirrt 🙂

Allen anderen rate ich, eine „einschlägige Suchmaschine“ 😉 zu nutzen und einfach Obdachlosenhilfe und den Namen Eurer Stadt einzugeben. Ihr werdet zu 100% fündig.

 

Habt einen tollen Mohn-Tag, ihr Lieben!

 

 

 

 

5 Kommentare

  1. Fingerhut sagt

    In unserer Stadt gibt es zum Beispiel das organisierte Betteln. Viele Menschen geben daher nichts, da sie vermuten, dass die Spenden an „Hintermänner“ abgegeben werden müssen. Ich gebe grundsätzlich nur Sachspenden: Wasser und Futter für die Tiere, Brötchen und Getränke für die Menschen.
    Aber mir ist leider nicht in den Sinn gekommen, etwas an ein Obdachlosenheim zu spenden. Es ist oft die Unwissenheit, die die Menschen so teilnahmslos macht. Vielen Dank für die Anregung!!

    Gefällt 1 Person

  2. Manchmal gibt es auch Tauschbörsen/-Partys. Was übrig bleibt wird an Flüchtlings- und Obdachlosenheime gespendet.
    Ich halte es wie Fingerhut, habe aber leider in letzter Zeit viel zu wenig dabei. Manchmal gebe ich auch Kleingeld, aus Angst, dass sie nächste Woche mit einem Arm weniger dort sitzen. 😥
    Wegschauen tue ich trotzdem oft, weil ich den Anblick nicht ertrage und mich schäme, weil es mir so gut geht. Stattdessen sollte ich nächste Mal das gleiche tun wie du.
    Danke für deinen Beitrag!

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Anne,

    vielen Dank für Dein Abo für meinen Blog. Dadurch bin ich bei Dir gelandet und habe u.a. diesen Beitrag hier gefunden.
    Ich finde es klasse, dass Du das machst! Wir, mein Mann und ich, geben regelmäßig Kleidung, Bücher und andere gut erhaltene Dinge ab. Entweder, wir bringen diese Dinge in die Give-Box in unserem Stadtteil, aus der sich jeder, der die Sachen gebrauchen kann, etwas herausnehmen kann. Oder wir geben sie in einen Laden um die Ecke, in dem man für sehr kleines Geld einkaufen kann. Auch Möbel und andere größere Sachen kann man dort abgeben, bzw. sie werden sogar bei einem abgebaut, restauriert wenn nötig und dann weiter gegeben.
    Auch einem Obdachlosen Essen oder Getränke zu kaufen haben wir schon getan.
    Genauso wichtig finde ich es, dazwischen zu gehen, wenn ein Obdachloser wieder einmal angepöbelt wird. Leider musste ich das auch schon ein paar Mal machen. Traurig, oder?

    Wie schnell man selbst auf der Straße landet, ist wohl manchen Mitmenschen nicht ganz klar. Aber jeder kann einen Teil dazu beitragen, dass es denen, die dort leben, ein kleines Stückchen besser geht.

    Jetzt werde ich mich noch ein wenig bei Dir umgucken. Hab einen schönen Pfingstmontag!

    Tina

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Tina. Danke für Deinen Beitrag. Ich kann Dir nur voll und ganz zustimmen! Die Mehrheit schaut leider weg oder wird, so wie Du es beschreibst, sogar ausfällig. :-/
      Ich hoffe, dass ich bald noch ein paar Aktionen auf den Weg bringen kann. Und es freut mich jedes Mal sehr, Menschen zu begegnen, die eine ähnliche … wenn nicht die gleiche Meinung vertreten.

      Gefällt mir

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